Serie: Die Wiederentdeckung der weiblichen Spiritualität (Teil I)

Serie: Die Wiederentdeckung der weiblichen Spiritualität (Teil I)

Seit den 70er Jahren entdecken Frauen ihre weibliche Seite neu. Sie beschwören die Wiederkehr der Großen Göttin, verweisen auf matriarchalische Wurzeln in vorantiken Kulturen und beschreiten neue Wege als Hexen, Heilerinnen und Mystikerinnen. VISIONEN geht in den nächsten Ausgaben den verschiedenen Aspekten dieser Thematik auf den Grund.

„Weibliches Bewusstsein erschließt sich durch Erfahrung und nicht durch das Wissen darum“, resümiert Hilary Hart. Für ein Buchprojekt ging die Amerikanerin der Frage nach, ob es ein spezifisch weibliches mystisches Bewusstsein gibt. Auf der Suche nach einer Spiritualität, die nicht gelehrt, sondern gelebt wird, begleitete sie sieben Frauen und einen Mann aus verschiedenen Traditionen wie dem Sufismus, dem Buddhismus, den Lakota-Sioux und dem westafrikanischen Schamanismus. Mit VISIONEN sprach Hilary Hart über ihre Erfahrungen und Ergebnisse.

Wie sind Sie auf das Thema der Wiederentdeckung eines weiblichen spirituellen Bewusstseins gekommen?

Ich habe mich viele Jahre mit tibetischem Buddhismus befasst. Aber ich hatte immer meine Schwierigkeiten damit, weil dabei die Betonung auf einer Abwendung vom realen Leben liegt, wenn man dem Glauben folgen möchte. Als ich meinen Lehrer traf und ihm von meinen Bedenken erzählte, meinte er, dass es mir helfen könnte, wenn ich etwas über die Erfahrungen anderer Frauen auf ihrem Weg zu Gott und die Hinwendung zum Leben lerne. Gott gehört zum Leben. Deshalb war es für mich eine wunderbare Erfahrung, durch die Arbeit an meinem Buch viele verschiedene Frauen kennen zu lernen und sie dabei zu erleben, wie sie ihre spirituelle Arbeit in ihr Leben einbinden.

Unter welchen Kriterien haben Sie Ihre Gesprächspartner ausgewählt?

Ich habe sie nicht aktiv gesucht. Vielmehr habe ich mich intuitiv leiten lassen. Ich habe viel meditiert und gebetet, habe mit Freunden über mein Projekt gesprochen, Magazine oder Kataloge durchgesehen und mich einfach umgeschaut.

An einem Tag beispielsweise holte ich meine Post aus dem Briefkasten und schickte dabei den Gedanken um Führung in die Welt, denn ich suchte noch eine Gesprächspartnerin, die mir etwas über Initiationsriten für Frauen erzählen könnte. Ich stand also da, sah meine Post durch und mein Blick fiel auf die Rückseite eines spirituell ausgerichteten Kataloges. Da sah ich eine Anzeige von Sobonfo Somé mit einem Foto von ihr. Sie bot einen Workshop zum Thema ...

Teil II der Serie in VISIONEN 03/2007 : Der Weg der Priesterin – Janet Ferrar im Portrait

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