AUSGLEICHENDE INFORMATION. Auf dem spirituellen Weg müssen die äußeren Sinnes- Energien daran gewöhnt werden, sich innen zu sammeln und dort zu wirken. Zu diesem Zweck sind die Schüler angehalten, wann immer möglich, den Gebrauch von Worten und Gedanken durch die Übung der geistigen Wiederholung zu ersetzen. Dabei werden fünf heilige Namen Gottes fortwährend „mit der Zunge der Gedanken“ wiederholt. Diese fünf Namen bekommt der Schüler bei der Einweihung auf den inneren Pfad mitgeteilt. Sie entsprechen den fünf Schöpfungsebenen und besitzen deren besondere spirituelle Ladung und Information.
Durch fortlaufende innere Wiederholung gleichen die fünf heiligen Namen oder Worte schwankende Gemütswellen aus und fördern so die Konzentration und damit den inneren Gleichmut. Im Alltag verbessern sie die Arbeitsleistung, schützen das Denken vor Fremd-Einflüssen und erleichtern die rechte Entscheidungsfindung.
Gleichzeitig bildet die Praxis der geistigen Wiederholung die Grundlage der Seh-Übung bei der Meditation. Auch hier stärkt sie die Konzentration, indem sie die Gedankenströme aus dem Körperbereich oberhalb der Sinnesgrenze am Dritten Auge sammelt. Dann zeigt sich dort dem Schüler das innere Licht in Form von Bildern, Visionen und vielfältigen Farben und Formen. Es ist das Licht seiner eigenen Seele. Es ist bereits dort – er muss nur seinen inneren Blick darauf heften.
FEINSTOFFLICHE LÖSCH-FUNKTION. Sobald während der Seh-Übung der innere Klang vernehmbar wird, stellt man die Wiederholung der heiligen Namen ein. Mit Hilfe der inneren Klänge erhebt sich das Bewusstsein von einer spirituellen Ebene zur nächsten.
Durch das Betrachten der göttlichen Lichter und Visionen und durch das Lauschen auf die ewige göttliche Musik nimmt die Seele die feinstofflichen göttlichen Schwingungen dieser Offenbarungsformen in sich auf. Zugleich werden die grobstofflichen Eindrücke, die sich im Laufe zahlloser Inkarnation wie eine dunkle Hülle um das Bewusstsein gelegt haben, durch diese subtilen Schwingungen ausgelöscht. Diese Hüllen sind es, die uns von unserem höheren Selbst und von Gott trennen und uns den Zugang zu den Freuden des Gottesreiches in uns verschließen.
ÖFFNUNG NACH INNEN. Die Verlagerung unserer Energien nach innen bedeutet freilich nicht, dass wir den Gebrauch unserer Sinnesorgane in der äußeren Welt vernachlässigen sollten. Diese sollten je doch so trainiert werden, dass sie zu positiven Hilfen auf dem Weg der spirituellen Entfaltung werden und somit doppelten Nutzen bringen. Die genannten Übungen sollen unserem Gemüt dabei helfen, sich in sich selbst zu festigen, und seine Substanz daran hindern, unnütz nach außen zu fließen.
Erst wenn man den Gemütsstoff daran hindert, ständig unkontrolliert durch die neun „Sinnestore“ des Körpers hinauszuströmen, wird der Zugang zum zehnten Tor am Dritten Auge frei, das zu unserer wahren göttlichen Heimat führt.
DREI STUFEN-WIRKUNG. Die drei Übungen des geistigen „Sprechens“, Sehens und Hörens sind eine höchst wirksame Schulung der Konzentration. Als erstes bringt die Wiederholung der geladenen heiligen Worte das Gemüt von außen nach innen und zieht das Bewusstsein vom Körper zum Sitz der Seele zurück. So gelangt es von der Peripherie unseres Wesens wieder in seine Mitte.
Die zweite Übung verankert die Seele im Innern. Die dritte leitet die Seele ins Jenseits, zurück zu ihrem Ursprung.
Es ist, als wäre man in pechschwarzer Nacht allein nach Hause unterwegs: Man kann sich an nichts orientieren und erkennt nur am Aufflackern eines vertrauten Lichtscheins oder am fernen Bellen eines Hundes, dass man schon in der Nähe seines Heimatortes ist. Genauso weisen auch das strahlende Licht und die spirituelle Musik der suchenden Seele zuverlässig den Rückweg in die wahre Heimat des Vaters.