„WIE FRISCH GEBACKENES BROT“

„WIE FRISCH GEBACKENES BROT“

Die geistige Übermittlungslinie spiritueller Lehrer

„Spirituelles Wissen wird nicht weitergereicht wie ein altes Erbstück, sondern wie frisch gebackenes Brot, das noch warm ist: Der Lehrer erfährt die Wahrheit der Lehren selbst und gibt sie als unmittelbare Inspiration an seinen Schüler weiter. Dieser Weg schließt die Selbsttäu schung aus, denn schriftlich aufgezeichnete Lehren unterliegen immer der Interpretation des Ego.
So setzt sich dieser Prozess durch die Zeiten fort.“

PERSÖNLICHE ERFAHRUNG

Was nun die geistige Übermittlungslinie der Lehrer angeht, so wird das Wissen darin nicht wie ein altes Erbstück weitergereicht. Vielmehr ist es so, dass ein Lehrer die Wahrheit der Lehren selbst erfährt und als Inspiration an seinen Schüler weitergibt. Diese Inspiration bringt den Schüler ebenso zum Erwachen, wie vor ihm sein Lehrer erwacht ist. Der Schüler übermittelt die Lehren einem weiteren Schüler, und so setzt sich dieser Prozess durch die Zeiten fort. Die Lehren selbst aber sind immer zeitgemäß und keine antiquierte Weisheit oder Legenden aus alter Zeit. Sie werden auch nicht als Informationen weitergegeben, wie Großeltern sie ihren Enkeln in Form von Volkssagen erzählen, sondern es handelt sich dabei immer um eine authentische Erfahrung.

In den tibetischen Schriften steht der folgende Satz: „Wissen muss im Feuer gebrannt, gehämmert und geschmiedet werden wie reines Gold. Dann kann man es als Schmuckstück tragen.“ Wenn wir spirituelle Unterweisung aus den Händen eines anderen empfangen, nehmen wir sie nicht unkritisch entgegen, sondern halten sie ins Feuer, hämmern und schmieden sie, bis die leuchten de, veredelte Farbe des Goldes zum Vorschein kommt. Dann verarbeiten wir es zu einem Schmuckstück nach einem Entwurf, der uns gefällt, und legen es an. Daher ist der Dharma für jedes Alter und jeden Menschen geeignet, denn er trägt eine lebendige Qualität in sich. Es reicht nicht aus, unseren Meister oder Guru nur nachzuahmen; wir sollen nicht versuchen, zu einer Kopie unseres Lehrers zu werden. Die Lehren stellen eine individuelle persönliche Erfahrung dar, die bis zum gegenwärtigen Träger der Übermittlungslinie hinabreicht.

„MAN BRAUCHT EINEN SPIRITUELLEN FREUND“

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