Text:Jane Hoskins Fotos: Douglas Frank
„ Perlen auf einer Schnur“ – das ist eine Pilgerreise, eine Reise durch Indien an Orte von außerordentlicher spiritueller Energie und Schönheit. Von Mahatma Gandhis Grab im Norden führt sie zu den Jain Tempeln in Rajastan, zum Sufi Schrein von Moinuddin Chisti in Ajmer und zu den Hindu und Buddha-Tempeln in Ellora, zu den außerordentlichen Felsformationen um die Manonash-Höhle vor Hyderabad. Die Inspiration für diese Reise geht auf Meher Baba zurück, heute aber machen sich Menschen von allen Glaubensrichtungen auf diesen Weg.
In einem Garten in South Kensington, einem Stadtteil von London, machte Meher Baba eine radikale und weitreichende Aussage, die damals, 1932, gefilmt und ausgestrahlt wurde von Paramount News: „Meine Reise in den Westen dient nicht dem Zweck, einen neuen Glauben, spirituelle Gruppen oder Organisationen zu begründen, sondern sie hat die Absicht, Menschen Religion im wahren Sinn verständlich zu machen. Wahre Religion besteht darin, eine Geisteshaltung zu entwickeln, die letztlich dazu führen sollte, das eine unendliche Sein im Universum zu erkennen. Es ist meine Absicht, alle Religionen und Kulte wie Perlen auf eine Schnur zu reihen und sie für individuelle und kollektive Zwecke zu beleben.“
Merwan Sheriar Irani, Meher Baba genannt, wurde am 25. Februar 1894 in Poona, Indien, in einer persischen Familie geboren. Im Jahre 1914 erlangte er durch einen Kuss auf die Stirn, den ihm die bedeutende Sufi-Meisterin Hazrat Babajan gewährte, Gott-Verwirklichung und 1915 begegnete er seinem zweiten Meister, Upasni Maharaj, einem Hindu. Im Jahre 1921 wurde er ein Vollkommener Meister. 1925 begann er sein Schweigen und benutzte als Kommunikationsmittel eine kleine rechteckige Tafel, auf der die Buchstaben des Alphabets aufgemalt waren. Nach Jahren gab er diese Tafel auf und benutzte eine höchst individuelle Zeichensprache seiner Hände. Er errichtete einen Ashram, ein kostenloses Krankenhaus und Schule für Kinder aller Kasten und Glauben in Meherabad, einer abgelegenen ländlichen Gegend Indiens, wo jetzt sein Grab und Schrein ist, zu dem Tausende aus aller Welt pilgern.
Meher Baba unternahm ausgedehnte Reisen durch ganz Indien und kümmerte sich trotz harter Umstände um die Armen, die Kranken und Geisteskranken. Er suchte Masts auf, die in Indien als spirituell Berauschte gelten. Das sind Menschen, die infolge des Berauschtseins von ihrer göttlichen Liebe den normal bewussten Kontakt mit ihrer Umgebung verloren haben. Außerdem unternahm Meher Baba ausgedehnte Reisen nach Europa, Amerika und Australien, wo heute etablierte Zentren sind.
Es fällt schwer, nicht von Meher Babas Menschlichkeit, seiner Liebe und Wahrhaftigkeit berührt zu sein.
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