Spirituelles Spektrum

Eine Fundgrube für Definitionen und Äußerungen namhafter Weisheitslehrer und Philosophen zu ausgesuchten Aspekten der Spiritualität. Die verschiedenen Facetten eines Themas werden in aller Kürze aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.

Liebe weist über den Menschen hinaus. Sie manifestiert sich in uns, doch sind wir nicht ihr Ursprung. Liebe erfordert Stille des Denkens und Bereitschaft und Fähigkeit zur Kontemplation und Meditation. An der höchsten Spitze des menschlichen Bewusstseins zeigt sich dann: Liebe und Weisheit sind eins.
Es gibt nur eine Ursache für die Unsicherheit in unserem Leben –Mangel an Vertrauen in eine höhere Macht. Die gute Nachricht: Wir können negative Gefühle nicht daran hindern, uns zu überfallen, aber wir können sie daran hindern zu bleiben. Das tröstlichste Glaubensbekenntnis, das wir kennen, lautet: „Wir sitzen im gleichen Boot und Gott mit uns.“ Das gibt uns die Kraft, immer wieder in Fahrt zu kommen.
Wir brauchen nicht nur Geld, von dem wir leben können, sondern auch einen Sinn, für den wir leben können. Wer seinen Lebenssinn nicht kennt, wird seine Lebensziele niemals finden. Die östlichen Kulturen sagen uns, wo er zu suchen ist: im Alltag. „Da ist nichts, wo er nicht wäre…“ (Chuang Tzu)
Der Glücksbegriff ist unendlich vielfältig. Materielles Glück und körperliches Glück sind flüchtig. Dauerhaftes Glück lässt sich nur von innen her aufbauen, denn der Weg zum Glück liegt immer in uns selbst. Das Glück der Seele besteht im Einklang mit sich selbst und in der „enthusiastischen, intuitiven Teilhabe des endlichen Geistes am Unendlichen“ (Daniel Schleiermacher)
Jeder von uns ist einzigartig. Selbstvertrauen, den Glauben an die Möglichkeit, das eigene Leben zu gestalten, finden wir daher nur in uns. Diesen Glauben brauchen wir auch auf dem spirituellen Weg. Dann macht uns Gott so stark, wie wir es nie geglaubt hätten.
Gott, heißt es, schuf den Menschen nach seinem Bild. Und der Mensch machte sich Bilder von Gott. Doch Gott lässt sich weder erdenken noch wissenschaftlich beweisen. „Erkenne dich selbst“, riet daher nicht erst Sokrates den Menschen. Denn sind wir wirklich Gottes Ebenbild, muss er in uns zu finden sein.
Guru Nanak erkannte Gott als unveränderlich und ewig. Laotse stieß bis ins geheime Wesen aller Dinge vor. Sokrates nannte den Zugang zur Transzendenz wesentlich für das menschliche Leben. Buddha erfuhr, dass einzig der Geist den Geist erkennen kann. Alles nur Fantasterei, wie man dem Propheten Mohammed unterstellte? Nein – die Mitgift einer jeden Seele, die nach dem Willen ihres Schöpfers sein Ebenbild ist: „Götter seid ihr!“ (Christus)
Mystiker haben unabhängig von ihrer religiösen Herkunft die Vereinigung mit ihrem Gott erlebt und die Geheimnisse ihres Glaubens unmittelbar erfahren. Ihre Zeugnisse sprechen auf je eigene Weise vom unaussprechlichen Ergriffenwerden durch den Einen, der „Alles in Allem“ für sie geworden ist. Der Weg, den sie gegangen sind, ist jedoch das Geburtsrecht aller Menschen, auch wenn es nur selten verwirklicht wird.
Der Hinduismus ist mehr als „nur“ Religion. Er versteht sich als idealtypisches, der kosmischen Weltordnung gemäßes Verhaltensmodell für alle Lebensbereiche. Darum hat er weder einen einzelnen Gründer noch ein „kirchliches“ Oberhaupt. Seine zeitlosen Weisheiten wurden einst von Weisen „gehört“ und bis heute bewahrt. In stetem Wandel werden sie immer neu belebt und neu verstanden.
Yoga ist der im Westen bekannteste Begriff der indischen Geistesgeschichte. Lange vor Freud und Jung ergründeten die Yogis das Reich des Unbewussten und erkannten: Das alltägliche Leiden kann durch dauerhaftes Glück ersetzt werden. Die Yoga-Praxis entfaltet den geistigen Willen, der gegen äußere Einflüsse immun ist. So findet der Übende bewusst in die Wahrheit des Yoga zurück, in der alle Menschen unwissentlich bereits leben.
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