„Warum ist die christliche Religion für so viele von uns noch immer ein Gegenstand höchsten Interesses – einerlei ob wir Mitglieder einer Kirche sind oder nicht, und aller Kritik zum Trotz, die wir an Einzelheiten der Lehre und des Brauchtums vielleicht meinen üben zu müssen? Was lieben wir an der christlichen Tradition – und was an ihr können wir nicht lieben?“
Als Weltanschauung unter vielen schien die Religion in der modernen Welt gut untergebracht zu sein. Nun hat sie sich unerwartet als einflussreiche öffentliche Kraft zurückgemeldet, die anhaltend für Konflikte sorgt (Stichwort: Fundamentalismus). Um diese zu entschärfen, brauchen wir ein neues Verständnis von Religion, das sich statt an orthodoxen Positionen an ihrem ureigenen spirituellen Ziel orientiert – der transzendenten Verbindung mit dem Ursprung der eigenen Seele.
Die Liebe ist eine wunderbare, verbindende Kraft, voller Schönheit und Energie. Die Wurzel aller Probleme ist das Fehlen von Liebe. Wir haben die Fähigkeit, uns zum Besseren zu wandeln, indem wir uns selbst genug lieben, um auch andere zu lieben. Dazu müssen wir erkennen, wer wir wirklich sind. Dann gibt es kein Problem, das nicht mit Liebe zu lösen ist.
Die Zukunft ist offenWir erleben die Zukunft unseres Wollens als offen. Darin liegt unsere Freiheit.
Beim Thema Zukunft denken wir normalerweise an Prognosen. Wir möchten voraussehen, was kommen wird. Weissagungen beanspruchen, die Zukunft zu kennen. Doch sie ist nur zum Teil bekannt und festgelegt. In Wirklichkeit ist da, wo wir sind, immer hier und jetzt. Und so kann unsere Lebenslinie jeden Moment ganz unterschiedliche Wendungen nehmen.
Wer aus zweifelhaften Motiven nach innerer Kraft strebt, bringt meist nicht die nötige Ausdauer dafür auf. Deshalb bleibt das Böse im Okkultismus immer auf ein gewisses Maß beschränkt.
In unseren großen Zivilisationen sind uns Mythen zwar noch bewusst, wir werden aber nicht mehr von ihnen getragen und beseelt.
Der Weg zum Erfolg führt über Visionen. Sie sind die Nahrung für die Energie, die jedes Ziel erreicht. Spirituellen Menschen geht es aber nicht um materiellen Erfolg, sondern um geistige Entfaltung. Ihr Leben wird zum Erfolg, indem sie auf die Musik der Schöpfung horchen und sich mit ganzem Herzen darauf einschwingen. Dann wird ihnen, biblisch gesprochen, „der Rest von selbst zuteil“.
„Astrologie ist eine Sprache der Energie. Keine andere Sprache (oder Wissenschaft), orientiert sich so anschaulich, präzise und nutzbringend an der Energie. Praktiker aus vielen Bereichen der Heilkunst denken und arbeiten in Begriffen von Energie; viele von ihnen benutzen oder erforschen die Astrologie als eine exakte Sprache der Energie.“
„Intuition ist, wenn wir etwas wissen, aber nicht wissen, wie wir es wissen.“ Intuition ist ein Wissen, das von außen zwar stimuliert werden kann, aber von innen kommt. Um zu hören, was unsere Intuition uns sagen will, müssen wir für ihre subtile Sprache empfänglich werden. Dann beflügelt sie uns dazu, im Leben kreativ zu werden.
„Ist der Tarot nur ein historisches Objekt, oder verbirgt sich mehr dahinter? Seine Symbole enthüllen dem Meditierenden, was man wissen und können muss, um in die Schule der geistigen Übungen einzutreten. Sie zeigen die Reise des Geistes durch die himmlischen Sphären, die ihn zu seinem geistigen Ursprung zurückführt.“
„Die esoterische Tradition zieht immer mehr Menschen an. Dieser Esoterikboom hat aber gar nicht allzu viel mit Esoterik zu tun. Esoterik ist ihrem Selbstverständnis nach Wissen aus Erfahrung. Esoterischer Wissensstoff macht aus den Empfängern noch keine Esoteriker.“
„Hat die Naturwissenschaft nicht bewiesen, dass die übernatürliche Welt und das, was wir Gott nennen, nur Täuschung und Wunschdenken sind? Nein. Die Methoden der Wissenschaft haben nur in Fragen etwas zu sagen, die auch durch Daten und Fakten zu klären sind.“
In unseren Träumen können wir auch Visionen erfahren. Visionen sind keine Zielvorstellungen für unser eigenes Leben, sondern die größtmögliche Erfahrung von Ganzheit. Das Wort „Erleuchtung“, das häufig dafür gewählt wird, bezieht sich auf Lichtphänomene, die mit ihrem Erscheinen verbunden sein können.
Um uns ganz zu fühlen, müssen wir uns für unsere Seele öffnen und uns mit ihr verbinden. Jeder mus seinen eigenen, einzigartigen Weg zu dieser Erkenntnis finden.
Viele aufmerksame Zeitgenossen interessieren sich heute vermehrt für Mystik. Denn sie erwarten sich von ihr eine Vertiefung ihres Lebens. Was ist Mystik? Das griechische Wort myein meint, dass wir etwas Geheimnisvolles erleben, das wir schwer ausdrücken können. Alle Mystiker erleben ein Gefühl der Sehnsucht und der Hingabe, sie sehen sich in einem Liebesverhältnis zur Gottheit.
In unserer Zivilisation wird es immer schwieriger, über irgend etwas Gewissheit zu haben. Die Hypothese, dass Unaufrichtigkeit das Schmiermittel ist, das die Gesellschaft am Laufen hält, hat zu einer nahezu einmaligen Akzeptanz der Lüge beigetragen. Auch zur Aufrechterhaltung der eigenen Identität gilt ein gewisses Maß an Selbsttäuschung als unerlässlich. Selbsttäuschung aber verdirbt die Seele. Dennoch handeln, denken und sprechen wir, als wüssten wir, wer wir sind. Das ist der Ursprung des Lügens. Andererseits verdirbt auch die Wahrhei...
„Sind wir ein mehr zufälliges Experiment oder in einen viel größeren Zusammenhang eingebunden? Eine Frage zieht die nächste nach sich, und alle Fragen laufen letztlich doch auf ein Unbekanntes hinaus. Manche wenden sich dann dem Glauben zu, während andere einfach nur staunen. Und in diesem Staunen keimt die Saat der Spiritualität.“
„Es ist nicht einzusehen, warum Glück für alle ein und dasselbe sein sollte. Da Glücklichsein immer als ein wertvolles persönliches Gut beschrieben wird, könnte man sich auch vorstellen, dass es für jeden etwas anderes, Besonderes und Einzigartiges bedeutet. Ein glücklicher Mensch kann sein Glück nicht auf andere übertragen. Jeder muss sein ganz persönliches Glück selbst entdecken.“
Entzauberung des Todes: Der Tod kommt heute nicht länger als metaphysischer Schreckensbote oder Führer in ein besseres Jenseits daher, sondern als wirkliches und erfundenes Sterben in Nachrichtensendungen und Kriminalfilmen. Erstaunlich ist schließlich, wie unerbittlich uns täglich zahllose Tode medial ins Wohnzimmer geliefert werden, und zwar keineswegs nur wirkliches Sterben in Nachrichtensendungen, sondern noch mehr erfundenes Sterben, ausgedacht von Kriminal- und Horro...
Das moderne Zeiterleben bewegt sich zwischen Mangel und Überfluss. Offenbar fällt es uns schwer, die richtige Balance zwischen Müssen und Muße zu finden. Dabei kann uns gerade das Bewusstsein, dass die Zeit begrenzt ist, helfen, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Dann erkennen wir auch im schnellsten Wandel das Bleibende und können uns gelassen daran orientieren.
„Ein Blick in unsere Welt zeigt, dass hier eine Ordnung besteht, die unser Fassungsvermögen weit übersteigt. Es ist undenkbar, dass so etwas aus dem Nichts entstanden sei. Nachdem aber die Materie zeitlich beschränkt ist, muss man sich fragen, was hinter ihr steht.“ – „Gott selbst ist die Kraft, die hinter allem steht. Alles, was existiert, ist ein Ausdruck Gottes.“ – „Jeder Mensch, jede Pflanze und jeder Stein ist Gott.“
„Die Engel sind geistige Wesen. Ihre Liebe für uns ist unvorstellbar und bleibt uns meistens verborgen. Ganz selten hebt sich der Schleier, so dass wir es erkennen. Sie vermeiden es, unser Gefühl für unsere Wirklichkeit zu zerstören. Deshalb erscheinen sie uns als Visionen, Stimmen oder Eingebungen – leise Hinweise auf den richtigen Weg.“
Der Kosmos entsteht nach tantrischer Auffassung aus der Trennung weiblicher und männlicher Energien, die sich zuvor in einem Zustand der Vereinigung befanden. Der reinste Pfad des Tantra hat nichts mit irgendeiner Form von Anbetung der Sexualität zu tun. Meditation ist der Schlüssel. Das Ziel der geistigen Suche ist die stufenweise Wiedergewinnung der inneren Ganzheit.
„Der Hinduismus ist eine Verbindung zahlloser religiöser Vorstellungen, Kultformen, Bräuche und Riten. Er hat weder einen Stifter, noch eine Priesterschaft, noch eine zentrale Organisation. Dass die Hindutradition alle Ausprägungen religiösen Glaubens umschließt, spricht für ihre Dynamik, Flexibilität, Toleranz und große Assimilationsfähigkeit.“
„Der Westen muss endlich mit der islamischen Welt prinzipiell ins Reine kommen, jedenfalls so weit das möglich ist. Dies ist um so wichtiger, als der islamische Orient der direkte Nachbar des Westens ist und bleiben wird. Wir sind sozusagen zu Beziehungen verurteilt.“