Die meisten von uns wollen den Tod nicht wahrhaben. Wenn er uns dann begegnet, sind wir völlig unfähig, damit umzugehen, und überlassen alles den Fachleuten.
Der Tod wirft manchmal lange Schatten auf unseren Lebensweg, aber die meisten von uns wollen ihn nicht wahrhaben. Wir sehen eine strahlende Zukunft vor uns liegen, wollen vorwärts kommen, ein erfülltes Leben führen und möglichst gesund bleiben. Wir treiben Sport, essen reichlich Ballaststoffe und führen Buch über unseren Fettkonsum. Wir suchen unseren Körper nach verdächtigen Knoten ab. Wir machen Witze über den Tod, um ihm seinen Schrecken zu nehmen, und wehren uns durch Gelächter gegen die Angst.
Wenn uns dann der Tod begegnet, sind wir völlig fassungslos und unfähig, mit der Situation umzugehen. Wir wissen nicht recht, was wir tun oder sagen sollen, deshalb ziehen wir uns oft lieber ganz zurück und überlassen alles den Fachleuten.
Als Gesellschaft zahlen wir damit einen hohen Preis, und menschlich gesehen machen wir uns ärmer, weil wir versäumen, uns mit der allen Menschen eigenen Erfahrung des Sterbens auseinanderzusetzen.
Ich habe im Laufe der Jahre die Erfahrung gemacht, dass der Sterbeprozess sehr vielfältig sein kann. Ich habe schreckliches Leid gesehen, aber auch Menschen, die im Sterben ein Gefühl von Frieden und Geborgenheit erfahren haben, das man nur als Seligkeit bezeichnen kann.
Ira Byock
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