Von der Tao-Lehre, vom Taoismus, vom Begriff Tao muss etwas Faszinierendes ausgehen. Anders ist das zunehmende Interesse auch im Westen nicht zu erklären. Es könnte natürlich auch sein, dass wir es hier und heute mit einer Mode-Erscheinung zu tun haben. Nachdem sich während der letzten Jahrzehnte viele Menschen in den westlichen Ländern mit dem Hinduismus oder dem Buddhismus befasst haben, könnte nun die Zeit des Taoismus gekommen sein.
Doch zeigen sich hier bereits Unterschiede: Während Hinduismus wie Buddhismus über kürzere oder längere Zeit zur Bildung von Gruppen oder Gemeinschaften inspirieren, trägt das „Vordringen“ taoistischen Gedankenguts im Westen Züge des Individualistischen. Es geschieht etwas in der Stille und in einzelnen. Während in den westlichen Ländern zahlreiche neohinduistische oder neobuddhistische Gemeinschaften entstanden sind, ist dies nicht unter dem Einfluss taoistischen Gedankengutes geschehen. Noch nicht?
Vermutlich hat dies aber doch alles mit der Tao-Lehre zu tun. Im Taoismus gibt es im Unterschied zu anderen Religionen keine Stifter-Figuren.
Knut Walf
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