Archäologie: Der erste Computer der Welt
Schwammtaucher bargen im Jahr 1900 korrodierte Metallklumpen aus dem Schlamm der Ägäis. Als ein Archäologe zwei Jahre später ein Zahnrad darin entdeckte, war die Sensation perfekt. Denn die rostigen Brocken von Bord eines gesunkenen römischen Handelsschiffs entpuppten sich als filigranes Räderwerk – der erste analoge Computer der Welt. Der Fund revolutionierte unsere Vorstellungen von den Fähigkeiten und Kenntnissen der hellenischen Welt. Zahnräder waren zwar in der Antike bekannt, doch bei weitem nicht in der hier entdeckten Feinheit und Komplexität. Auf einem Symposium in Athen stellten Forscher nun neue Erkenntnisse vor. Aus den Inschriften schlossen die Forscher, dass das vordere Zifferblatt die jährliche Bewegung der Sonne durch die Tierkreiszeichen abbildete – ebenso wie die Auf- und Untergänge der hellsten Sterne und ihre Konstellation. Die obere Skala der Rückseite zeigt möglicherweise die Aufund Untergänge der damals bekannten Planeten an, während die untere die Mondphasen und die Zeiten des Mondaufgangs und -untergangs festhielt. Die Eingabe erfolgte über eine Achse an der Seite des Gehäuses. Alle Zahnräder der Konstruktion wurden von dieser Achse in Bewegung gesetzt. Die Forscher entdeckten sogar ein Differentialgetriebe – eine Erfindung, die bisher dem Universalgenie Leonardo da Vinci (1452-1519) zugeschrieben und erst 1832 in England zum Patent angemeldet wurde.
Quelle / Info: www.geo.de / http://www.geo.de

