ARCHÄOLOGIE: War am Anfang die Kunst?
Neueste Funde der Archäologen scheinen es zu belegen: Die Wiege der Kultur der Menschheit liegt in Deutschland, genauer gesagt in der Schwäbischen Alb bei Ulm. Dort wurden in Höhlen kürzlich die bisher ältesten Zeugnisse menschlicher Kunst gefunden, darunter ein nur 3,7 cm großes, aus Elfenbein geschnitztes Mammut, das wahrscheinlich einem Jäger als Talisman diente – vor 36.000 Jahren. Bei einer heutigen Versteigerung würde das älteste Kunstwerk der Welt gut 150 Millionen Euro einbringen, mehr als das bisher teuerste moderne Gemälde. Experten gehen heute davon aus, dass sich die Kreativität ganz plötzlich Bahn brach. Eine aus Elfenbein geschnitzte Flöte aus derselben Region und Zeit belegt, dass auch die Musik plötzlich die Menschen verzauberte. Magisches Denken, wie es auch heute noch in schamanistischen Stammeskulturen vorzufinden ist, gilt als Hauptimpuls für die erste Erschaffung von Kunst. Jede Jagd, gerade bei einem Mammut, konnte den Jäger das Leben kosten. Mit einem Bild des mächtigen Tieres als Talisman wollte er sich schützen.
Quelle / Info: Spiegel 27/2007

