GESELLSCHAFT: Was uns in 10 Jahren erwartet
Am 13. und 14. Juni fand in Burg Giebichenstein an der Saale der sechste Zukunftskongress „forward2business “ statt. Über 200 Professoren, Manager, Zukunftsforscher, Medienexperten und Werbefachleute tauschten sich darüber aus, was sich in der Zukunft wie gestalten wird, welche Trends zu welchen Veränderungen im Alltag führen. Beispiel: Deutschland 2017. Das Leben wird in bisher nicht gekanntem Ausmaß auf die persönlichen Vorlieben des Einzelnen zugeschnitten sein. Die Computertechnologie wird dazu führen, dass jeder seinen virtuellen „Butler“ hat, auch „Avatar“ genannt. Es ist ein Softwareprogramm, das als sympathisches Gesicht erscheint und das weiß, was wir wann am liebsten mögen. Er (sie, es) liest uns jeden Wunsch nicht nur von den Lippen ab, sondern erkennt an unserer Mimik auch unsere Stimmung und kann sie durch bestimmte Musik, Filme, Telefonkontakte usw. harmonisieren. Seine Vorschläge erscheinen in Bild und Ton auf dem Badezimmerspiegel, in der Sonnenbrille, im Auto auf dem Weg zum Arbeitsplatz und schließlich zum Feierabendprogramm auf diversen Monitoren oder auch den Zimmerwänden zuhause. Dies ist technisch möglich. Der Trend weist ja schon heute in die virtuelle „Realität“, wo jeder ein anderes Leben wie im Traum „leben“ kann. Fragt sich nur, ob diese Vision dem alten Menschheitstraum vom Paradies entspricht oder nicht eher einer Hölle der Langeweile und der völligen Kontrolle.
Quelle / Info: Spiegel Nr. 25/2007

