GESUNDHEIT: Einsamkeit stört Genaktivität
Wer sozial isoliert ist, wird schneller krank und stirbt eher. Eine mögliche Erklärung fanden US-Forscher jetzt in der Aktivität von Genen des Im - munsystems. Einsamkeit spiegelt sich in der Genaktivität wider: Mehr als 200 Gene von sozial isolierten Menschen sind teils stärker, teils schwächer aktiv als die von Menschen mit guten sozialen Kontakten. Das schließen US-Forscher aus einer Studie, die Genaktivitäten von einsamen und gesellschaftlich gut integrierten Menschen vergleicht. Demnach beeinflusst soziale Isolierung vor allem das Immunsystem: Die Entzündungsgene von kontaktarmen Menschen seien reger, solche, die Viren abwehren sollen, dagegen weniger aktiv, berichten die Wissenschaftler um Steve Cole von der Universität von Kalifornien in Los Angeles.
Die Ergebnisse bestätigen frühere Studien, nach denen sozial isolierte Menschen ein höheres Risiko haben, an Infektionskrankheiten oder Krebs zu erkranken. Allerdings sei noch unklar, ob Einsamkeit die Gesundheit eines Menschen negativ beeinflusse oder ob umgekehrt ein bestimmtes Muster an Genaktivitäten zu sozialer Isolierung führe, erklären die Forscher. Um genauere Aussagen treffen zu können, müssten die Ergebnisse noch an einer größeren Gruppe von Versuchsteilnehmern überprüft werden.
Quelle / Info: cf/ddp

