GESUNDHEIT: Lärm macht krank

Juli 2007

Am 25. April 2007 war der „Internationale Tag gegen Lärm“. Das ist aber auch jetzt aktuell. Wie laut es um uns herum ist, merken wir oft erst, wenn der Lärm erstirbt. Zu Hause, auf dem Weg zur Arbeit, am Arbeitsplatz. Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste Berufskrankheit und trifft allein in Deutschland jährlich 5500 Menschen. Bei einer normalen Unterhaltung entsteht ein Schalldruck von rund 50-60 Dezibel (dB). Übergroßer Lärm mit mehr als 120 dB, wie das Explodieren eines Feuerwerkskörpers, kann das Gehör organisch schädigen. Das Gleiche gilt für etwas leisere, aber länger anhaltende Geräusche, wie das Rattern eines Presslufthammers, Musik in Diskotheken etc. Doch auch ein weitaus unaufdringlicherer Geräuschteppich kann auf die Dauer schaden, unterschwellig, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. In einer Studie aus dem Jahr 2006 kommt das Umweltbundesamt zu dem Ergebnis, dass Straßenverkehrslärm das Herz-Kreislauf-System schädigt. Bluthochdruck und Durchblutungsstörungen des Herzens gehen auf das Konto von jaulenden Motoren und rauschendem Reifengummi. Jährlich etwa 4000 Herzinfarkte sind laut der Studie die Folge.

Und Abhilfe ist nicht in Sicht: Zwar sind viele motorisierte Vehikel dank moderner Technik leiser geworden, doch wird dieser Fortschritt durch gestiegenes Verkehrsaufkommen zunichte gemacht. Bei einer Umfrage im Auftrag des Umweltbundesamtes gaben 60 Prozent aller Befragten an, sich durch Straßenlärm belästigt zu fühlen. Fluglärm nervt der Befragung zufolge 32 Prozent, Schienenlärm immerhin noch 20 und Gewerbe- und Industrielärm 19 Prozent. Andreas Troge, Leiter des Umweltbundesamtes, fordert eine Trendwende in Sachen Lärm. Ihm herrscht noch „zu viel Ruhe um den Lärm“. Ob die neue EU-Umgebungslärmrichtlinie Abhilfe schafft? Bis Ende Juni soll europaweit die Lärmbelastung in Ballungsräumen und an Hauptverkehrsadern erfasst werden. Um dann nationale Aktionspläne zuerstellen.

AGBCopyright & DatenschutzImpressumKleinanzeige aufgeben