KULTUR: Die Neuen Sieben Weltwunder
Im Juli 2007 kam eine einzigartige weltweite Abstimmung zum Abschluss, an der sich über 100 Millionen Menschen beteiligten. Sie wählten die sieben heutigen Weltwunder – nach dem Vorbild der antiken Sieben Weltwunder, von denen heute nur noch die ägyptischen Pyramiden erhalten sind. Die Initiative geht auf den Luzerner Filmemacher, Piloten und Millionär Bernard Weber zurück. Er hatte die Menschen in aller Welt aufgerufen, sich per Internet, SMS oder Telefon an der Wahl der prachtvollsten Baudenkmäler der Welt zu beteiligen. Auch Wahrzeichen wie die New Yorker Freiheitsstatue, der Eiffelturm und das Schloss Neuschwanstein standen zur Wahl. Ausgewählt wurden: Die Große Mauer in China, die Christus-Statue in Rio de Janeiro, die Inka-Ruinen von Machu Picchu in Peru, die Ruinen der Maya-Stadt Chichen- Itza in Mexiko, das Taj Mahal in Indien, die Felsenstadt Petra in Jordanien und das Kolosseum in Rom. „Nie zuvor in der Geschichte haben so viele Menschen an einer weltweiten Entscheidung teilgenommen“, sagte die Schauspielerin Hilary Swank bei der Vorstellung der Liste. Die Show fand vor rund 50.000 Zuschauern im „Stadion des Lichts“ in Luzern statt. Für die Musik sorgten unter anderem Jennifer Lopez, José Carreras und Chaka Khan. Unter den Ehrengästen waren der portugiesische Präsident Aníbal Cavaco Silva, Regierungschef José Sócrates, der frühere UNO Generalsekretär Kofi Annan, Königin Rania von Jordanien und der Astronaut Neil Armstrong.
Die UNESCO als Hüterin des Weltkulturerbes hat sich von der Aktion distanziert. Sie hält sie für unseriös. Die „private Medienkampagne“ entbehre jeder Wissenschaftlichkeit und gebe nur die Meinung derer wider, die Zugang zum Internet hätten. Ägypten hatte die Aktion von vornherein abgelehnt. Die Pyramiden liefen daher in der Abstimmung „außer Konkurrenz“ und haben einen Status als „Ehren-Weltwunder“.
Quelle / Info: swissinfo

