KULTUR: Friedens- und andere Nobelpreise

November 2007

Jedes Jahr wird er vergeben, der höchstdotierte (ca. 1,1 Millionen Euro) und am meisten geschätzte Kulturpreis in unserer heutigen Zeit und Gesellschaft: der Nobelpreis. Sein Stifter, der schwedische Chemiker und Erfinder Alfred Nobel (1833-1896), hatte sein Vermögen vor allem seiner Erfindung des Dynamits zu verdanken. Er verfügte, dass die Zinsen seines Millionenvermögens alljährlich Menschen zukommen sollten, die „im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben.“

Die Nobelpreise werden allerdings häufig für Leistungen vergeben, die schon viele Jahrzehnte zurück liegen. So ging der diesjährige Nobelpreis für Physik an Peter Grünberg für eine Forschung bzw. ein Patent, das die Speicherkapazität in Computern enorm erhöht, und der Nobelpreis für Chemie ging an Gerhard Ertl für dessen Grundlagenforschung. Die Auszeichnungen beflügeln die deutsche Forschung, doch beide Leistungen liegen 20 Jahre zurück. Der Nobelpreis für Literatur ging an die in England lebende Schriftstellerin Doris Lessing, 87. Sie schreibt seit 60 Jahren und ist seit 50 Jahren weltweit bekannt.

Aktuelleren Bezug hat dagegen der Friedensnobelpreis für den ehemaligen Vizepräsidenten der USA, Al Gore. Möglicher Grund: Der Friedensnobelpreis wird nicht wie die anderen Preise von einer schwedischen Kommission vergeben, sondern von einer norwegischen. Al Gores Einsatz für den Klimaschutz sei wirksam und vorbildlich. Sein berühmter Film wird nun an deutschen Schulen gezeigt und – anders als in England – ohne Hinweis auf einige angemahnte Fehler im Detail.

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