KUNST: Die 12. Documenta in Kassel

Juli 2007

Am 16. Juni eröffnete Bundespräsident Horst Köhler die 12. Documenta. Sie findet alle fünf Jahre in Kassel statt, gilt als wichtigste Ausstellung zeitgenössischer Kunst weltweit und dauert noch bis zum 23. September. Schwerpunkt sind in diesem Jahr die Werke von Künstlern aus Südamerika, Afrika und Asien. Wie schon auf den vergangenen „Documentas“ stehen vor allem Installationen, begehbare „Kunsträume“, Aktionen zwischen Menschen und Performances aller Art im Mittelpunkt des Interesses. Natürlich gibt es auch Gemälde, Fotos und Filme zu sehen. Die „documenta“ hat sich immer als ein kritischer Spiegel der Gesellschaft verstanden, wo eben jene Künstler vorgestellt werden, die unser Weltbild erschüttern und ganz neue Perspektiven anregen können.

Einige Aktionen scheinen aber auch einfach nur Spaß zu machen. So das von Lin Yilin inszenierte Tauziehen, bei dem sich 32 Personen aus Kassel und 32 documenta 12-BesucherInnen begegneten. Das Besondere dieses so genannten „Game of Monumentality“ war, dass die beiden „Parteien“ durch eine 400 x 1200 x 60 cm große Mauer getrennt waren, bei welcher das Seil durch ein Loch in der Mitte geführt wurde. Nachdem Yilin zunächst alleine gegen die Kasseler Nordstadt antrat, zogen die beiden 32-Personen-Parteien drei Mal gegeneinander, bevor das Tau von den Kasselern zum kollektiven Seilhüpfen umfunktioniert wurde.

„Die documenta 12 kennt kein programmatisches Statement, kein architektonisches Raster, mit dem die Gebäude und die Kunst überzogen werden“, sagen der künstlerische Leiter Roger M. Buergel und die Kuratorin Ruth Noack. Buergel: „Am Ethos der Vermittlung erkennt man den Unterschied zwischen einer bloßen Konsumhaltung und einem emanzipatorischen Anspruch. Hier unterscheidet sich die Ausstellung von Disneyland, vom Uniseminar, von der Diskothek…“ Der Tatsache, dass viele Menschen heute mit der modernen Kunst nicht so viel anfangen können, wird auf dieser documenta besonders Rechnung getragen. Der Zuschauer wird in vielen Aktionen selbst zum Künstler. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall!

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