Psychologie: Gefühle und Selbstbestimmung machen den Geist aus
Das Empfinden von Gefühlen sowie selbstbestimmtes Handeln sind für die meisten Menschen die Kriterien dafür, einem Lebewesen Geist zuzusprechen. Beide Kategorien werden jedoch immer getrennt voneinander wahrgenommen, haben amerikanische Psychologen in Tests mit über 2.000 Teilnehmern gezeigt. Die Probanden unterschieden dabei klar die Fähigkeit, Gefühle wie Hunger, Angst und Schmerz zu empfinden, von der Fähigkeit, sich selbst zu bestimmen, moralisch zu handeln, sich zu erinnern und zu denken. Die Teilnehmer der Studie wurden gebeten, die geistigen Fähigkeiten von 13 fiktiven Charakteren zu vergleichen. Darunter befanden sich menschliche Wesen – unter anderem ein Embryo, ein Säugling, ein im Koma liegender Patient und ein Verstorbener – sowie Tiere, ein kommunikativer Roboter und Gott. Bei der Auswertung kristallisierten sich die zwei grundsätzlich verschiedenen Kategorien als Voraussetzung für Geist heraus. Nach Meinung der Studienteilnehmer verdienten Charaktere mit ausgeprägtem Empfinden und geringen Möglichkeiten zur Selbstbestimmung wie etwa Säuglinge besonderen Schutz. Selbstbestimmende erwachsene Menschen dagegen hätten die Fähigkeit, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden und trügen eine hohe Verantwortung. Die Studie soll nach Ansicht der Forscher helfen, Antworten zu finden auf moralische Fragen etwa zur Sterbehilfe, zur Abtreibung oder zur Zurechnungsfähigkeit eines Straftäters. Bei diesen Fragen spiele immer auch die Definition des Geistes eine Rolle.
Quelle / Info: www.wissenschaft.de

