RELIGION: Verständigung zwischen Muslimen und Christen
Welt“ stehe auf dem Spiel, wenn Moslems und Christen nicht friedlich zusammen leben können. Das erklären islamische Religionsführer in einem gemeinsamen Brief an Papst Benedikt XVI., den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios und den anglikanischen Erzbischof von Canterbury Rowan Williams. Die Botschaft an die christlichen Kirchenführer haben 138 Islamvertreter unterzeichnet, sie ist beispiellos in der Geschichte. Der Islam richte sich nicht gegen das Christentum, beide Religionen sollten sich auf die „grundlegenden gemeinsamen Prinzipien“ konzentrieren.
Freudig überrascht zeigt sich Erzbischof Michael Fitzgerald, lange der Dialog- Beauftragte des Papstes und jetzt Nuntius in Kairo. Er lobte die Arbeit des Aal al Bayt-Instituts für islamisches Denken in Amman. Es habe sich früher sehr für den christlich-islamischen Dialog engagiert; mittlerweile lege es den Schwerpunkt aber etwas anders, indem es versuche, die islamische Welt untereinander zu einen. Auch der jetzige Dialog-Verantwortliche des Vatikans, Kardinal Jean-Louis Tauran, nennt den Brief aus Amman ein „sehr ermutigendes Zeichen“. Guter Wille und Gespräch könnten auch noch das „hartnäckigste Vorurteil“ überwinden, meinte Tauran zu Radio Vatikan. Der Dialog-Brief aus der islamischen Welt sei auch deswegen „neu“, weil er sowohl von Sunniten als auch von Schiiten unterschrieben worden sei.
Bundespräsident Horst Köhler hat die Muslime in Deutschland zum gemeinsamen Dialog über Zukunftsfragen der Gesellschaft eingeladen. Man müsse neu über die Grundlagen der Gesellschaft nachdenken, meinte er in seiner Grußbotschaft zum Fest des Fastenbrechens. Laut Köhler betreffe das die Fragen nach einem guten Miteinander von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln und nach den gemeinsamen Werten. (Lesen Sie dazu auch den Artikel „EINE Welt – EINE Menschheit – EINE Religion “ in diesem Heft.)
Quelle / Info: adnkrono, rv (Radio Vatikan) und kna

