TECHNIK: Luftschiffe sind wieder „in“
Flugzeuge rasen durch die Luft, Hubschrauber machen viel Krach und Wind. Es gibt aber noch eine andere Art der fliegenden Fortbewegung: die Luftschifffahrt. Jahrzehntelang hatten die Zeppeline das Image der Dinosaurier der Luftfahrt – sie galten als ausgestorben. Doch bereits seit zehn Jahren gibt es wieder einen Vertreter der „schwebenden Zigarren“, den so genannten Zeppelin neuer Technologie, kurz NT. Mit dem Erfolg dieses Konzepts erlebt die Luftschifftechnik derzeit eine kleine Renaissance: Die Touristik und die Forschung entdecken die Vorzüge des schwebenden Reisens. Sogar große Zeppeline könnten in Zukunft wieder über Deutschland unterwegs sein. Das Konzept „leichter als Luft“ bietet nach wie vor einige Vorteile gegenüber Flugzeug oder Hubschrauber, erklärt Jürgen Bleibler vom Zeppelinmuseum in Friedrichshafen. „Ein Luftschiff gleitet sanft dahin, macht wenig Lärm und kann in der Luft stehenbleiben. Die wirtschaftlichen Potenziale liegen aber durchaus auch in der Faszination vieler Menschen für die schwebenden Giganten“, so Bleibler. Im Zeppelinmuseum in Friedrichshafen am Bodensee lebt dieser Mythos weiter. Dort gibt es beispielsweise eine begehbare Rekonstruktion eines Teils der Hindenburg zu bestaunen, die mit 245 Metern das größte aller Luftschiffe war und als fliegendes Hotel 72 Passagieren Komfort über den Wolken bot. Auch größere Luftschiffe könnte es vielleicht bald wieder geben. Die Konzepte dazu sind verknüpft mit einem berühmten Namen: Wolfgang von Zeppelin, ein Mitglied der Familie des legendären Grafen, ist Verwaltungsratspräsident der Zeppelin-Europe-Tours AG. Das 2005 gegründete Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, 125 Meter lange Luftschiffe für den Tourismus zu bauen, die bis zu 45 Passagieren Platz bieten. Sie sollen Z-Luftschiffe heißen. „Den Atlantik werden wir allerdings nicht mehr überqueren“, erklärt Zeppelin. „Die Luftschiffe sollen in Rundflügen zehn europäische Städte anfliegen“.
Quelle / Info: http://www.wissenschaft.de

