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Regisseur Paul-Julien Robert über seine Dokumentation „Meine keine Familie“

Paul-Julien Robert wuchs weitgehend abgeschottet von der Außenwelt in der größten Kommune Europas, dem Friedrichshof im österreichischen Burgenland, auf. In den 1970er Jahren vom Wiener Aktionskünstler Otto Mühl als „lebendiges Kunstobjekt“ gegründet, entwickelte sich das Experiment Kommune bald zu einem autoritären repressiven System unter Mühls Führung, der nach Auflösung des Friedrichshofs 1990 wegen Missbrauchs vor Gericht gestellt wurde.

In seinem ersten Dokumentarfilm „Meine keine Familie“ schaut Paul-Julien Robert auf seine Kindheit zurück und wirft damit Fragen nach Familie und Zweierbeziehung im Vergleich zum Kommunenleben ebenso auf wie die nach der Verantwortung für die Geschehnisse auf dem Friedrichshof.

Es gibt in Ihrem Film einige sehr intime Momente, mit Ihnen und Ihrer Mutter oder ehemaligen Kommunarden, die sehr offen über ihre Erfahrungen sprechen. Wie schwer fiel es Ihnen, das zu veröffentlichen, und hat Ihnen die Distanz der Kamera dabei geholfen?
Ich glaube, die Gespräche wären ohne die Kamera wohl so nie zustande gekommen. Sie war für mich schon ein wichtiges Werkzeug, um eine Fokussierung zu schaffen. Es ging nicht darum, unbedingt demjenigen, der mir da gegenübersitzt, zu erklären, was damals passiert ist, denn sie wussten ja, wie alles abgelaufen ist; sondern vielmehr darum, dass es jeder für sich selber formuliert. Das wurde durch die Kamera erst möglich.

Claudia Hötzendorfer

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