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 „Durch dich sprechen wir“ – Stephan Götze über den indianischen Weg

Mit dem Satz Durch dich sprechen wir wurde Stephan Götze von Archie Fire Lame Deer, Medizinmann der Lakota-Indianer, dazu bestimmt, deren über viele Generationen bewahrtes Wissen in die Welt hinaus zu tragen.

Denn nicht nur er war sich bewusst, dass das was der Stamm über die Vorgänge in der Natur weiß, eine unschätzbare Hilfe sein kann, um Lösungsansätze für Probleme wie Klimawandel und Umweltschutz zu finden. Seit den 1980er Jahren beschäftigt sich Stephan Götze mit der spirituellen Weltsicht der Lakota und setzte das, was er lernte, in seinem Beruf bereits um. In Absprache mit den Lakota hat er nun sein erstes Buch veröffentlicht, um den Weg der Lakota einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

Sie haben den Lakota-Medizinmann Archie Fire Lame Deer das erste Mal 1988 bei einem Workshop in Österreich getroffen, das war gleichzeitig Ihre erste Begegnung überhaupt mit den Lakota. Hat es Sie nicht überrascht, dass Archie Sie kurz darauf zum Hüter des Feuers für die Zeremonien ernannt hat? Kamen solche Ernennungen öfter vor oder war das eine Ausnahme?
Allgemein gesprochen, kommen solche Ernennungen eigentlich nicht vor. Überrascht hat sie mich nicht. Es war einfach stimmig, vergleichbar mit der Begegnung mit einer Person, von der Sie wissen, mit ihr werde ich den Rest meines Lebens verbringen. Ich hatte immer schon so ein Gefühl, dass ich eines Tages etwas in diese Richtung erleben würde. Das war daher einfach nur die Bestätigung in diesem Moment.

Sie erwähnen in Ihrem Buch eine kleine Gruppe Gleichgesinnter, die in Europa den Weg der Lakota geht. Wie sieht der aus?
Wir treffen uns regelmäßig, führen gemeinsame Zeremonien durch und tauschen uns aus. Wir sind wie eine Familie. Was wir machen, hat nichts mit Hobbyisten zu tun, die in ihrer Freizeit im Tipi leben, oder mit den Kreisen, in denen sich selbsternannte Schamanen bewegen, die sich oft indianische Namen geben.

Auch wenn ich einige der religiösen Inhalte in meinem Buch anspreche, hat das keinen missionarischen Anspruch. Vielmehr soll das, was die Lakota über die Natur wissen, auf die heutige Zeit übertragen werden. Ich bin gewissermaßen der Übersetzer, der dabei hilft, dieses Wissen wieder anzuwenden.

Für die Lakota ist die Erde ein Organismus, genauso wie der Kosmos und das gesamte Universum. Das, was sie über die Natur wissen, soll auf die heutige Zeit übertragen werden. Ich bin gewissermaßen der Übersetzer, der dabei hilft , dieses Wissen wieder anzuwenden.

Buchtipp: Stephan Götze, Hüter der Schöpfung. Der indianische Weg zur Heilung der Erde und des Menschen

 Claudia Hötzendorfer

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