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Inzenierte Wahrheiten

Das Internet lockt mit unendlichen Weiten und Möglichkeiten. Doch diese scheinbar grenzenlose Freiheit hat ihre Tücken. Denn so unkontrolliert und unbewacht ist das WorldWideWeb längst nicht mehr und die digitale Vernetzung kann sowohl Fluch als auch Segen sein. Ebenso wie das digitale Gedächtnis, denn das Internet vergisst nie, was die Nutzer allerdings nicht davon abhält, sich sorglos in sozialen Netzwerken zu tummeln. Dabei spielen digitale Identitäten und inszenierte Inhalte eine immer größere Rolle, die sich bis ins reale Leben auswirken können.

möglichst aussagekräftiger Web-Auftritt, ist ein Muss, will man nicht als analoger Dinosaurer dastehen. Parallel dazu hat die soziale Vernetzung an Einfluss und Wichtigkeit zugenommen. Plattformen wie MySpace, StudiVZ und Facebook erlauben ihren Nutzern den grenzenlosen Austausch von Informationen und Inhalten. Hinzu kommen Job-Börsen oder Blogs und Foren zu allen nur erdenklichen Themenbereichen.

Haben die analog aufgewachsenen Generationen noch mehrheitlich ein durchaus kritisches Verhältnis zur virtuellen Wirklichkeit und sind zum Teil recht zurückhaltend mit der freizügigen Preisgabe privater Daten, sind die so genannten Digital Natives, also diejenigen, die bereits mit den technischen Möglichkeiten digitaler Kommunikationsmittel aufgewachsen sind, naturgemäß eher weniger gehemmt, ihre Privatsphäre öffentlich zu machen.

„Das Internet ist der größte unregulierte Raum der Welt“, meint Google-Ideas Gründer Jared Cohen und fügt warnend hinzu: „Dieser Raum wird weiter wachsen und unser ganzes Leben verändern, von den Kleinigkeiten des Alltags bis hin zu grundsätzlichen Aspekten unseres Lebens, unsere Identität, unsere Beziehungen und unsere Sicherheit.“ Der Mann weiß, wovon er spricht. Als Chef der Denkfabrik für die weltweit größte Suchmaschine und ehemaliger Berater von Hilary Clinton und Condoleezza Rice, kann er die Möglichkeiten und Gefahren des Internets beurteilen. Und die beschreibt er ausführlich in dem Buch Die Vernetzung der Welt, das er gemeinsam mit dem Mann schrieb, der Google erst zu dem Weltkonzern gemacht hat, der es heute ist, Eric Schmidt.

Die virtuelle Welt wird nicht nur unseren Umgang mit anderen Menschen verändern, sondern auch unsere Selbstwahrnehmung.
 
Claudia Hötzendorfer

FOTO: Thinkstock

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