Magazin Visionen - Einfach. Besser. Leben.

Im Gespräch mit Schauspieler und Musiker Christian Redl

Lange war Christian Redl in Film- und Fernsehproduktionen auf düstere Charaktere festgelegt und musste den Bösewicht vom Dienst geben. Parallel konnte er im Theater durchaus seine komische Seite zeigen. Der gebürtige Schleswiger ist seit geraumer Zeit auch als Musiker unterwegs. Neben der Vertonung von Baudelaire-Gedichten legt der 66-Jährige mit Sehnsucht nun sein zweites Album vor mit selbst geschriebenen Liedern, die von einem Leben mit vielen Höhen, aber auch extremen Tiefen inspiriert sind.

Wenn man die Musik Ihres Albums Sehnsucht zuerst hört, klingt sie sehr leicht. Dann kommen die Texte hinzu und man stellt fest: Wow – die haben es durchaus in sich. Was war zuerst da, die Ideen für die Musik oder für den Text?

Das ist verschieden. Ich habe beide Varianten auf der Pfanne. Allerdings muss ich zugeben, dass mir das Komponieren wesentlich leichter fällt als das Texteschreiben. Ich möchte fast sagen, die Melodien fliegen mir förmlich zu. Da muss ich nie lange überlegen. Ich habe auch viele Melodien im Kopf. Hin und wieder kommen mir dazu auch die passenden Worte in den Sinn. Aber das dauert lange. Da muss man sehr geduldig sein. Erzwingen kann man da sowieso nichts.

Dann gibt es wiederum Texte, die mit der Musik überhaupt nichts zu tun haben, die einfach nur eine Geschichte erzählen. Dann muss man sehen, ob man das ins Musikalische übersetzen kann.

Sie sagen, die Musik kommt leicht daher und die Texte haben es in sich. Das ist natürlich gewollt, weil der Gegensatz es doch ausmacht. Damit wird die Sache überhaupt erst spannend. Wenn man dieses Klischee im Ohr hat – Paris und der leichte Klang eines Akkordeons – und dann wird dazu so eine Geschichte erzählt, ist das ein Gegensatz, der als Reibung gut funktioniert.

Jetzt habe ich das Privileg, mich so ausdrücken zu können, wie ich es immer schon gewollt habe.
 
Claudia Hötzendorfer

FOTO: Christian Redl

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