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Leon d‘Avigdor gestaltet Theater als tantrische Advaita-Praxis

Nicht nur Shakespeare, sondern auch viele bedeutende spirituelle Meister haben das Leben mit einem Theaterstück verglichen. Das Bild kann helfen, weniger mit sich als Person identifiziert zu sein. Leon d’Avigdor setzt die Methode des Rituellen Theaters in Beziehung zur Advaita-Lehre.

Die Bühne ist das Leben, das Leben ist eine Bühne. Die Akteure und ihre Gefühle, Gedanken und Aktionen kommen und gehen. Sie verstricken ihre widerstreitenden Erwartungen, Wünsche, Sehnsüchte und Ziele zu Dramen, die sich zu einer in sich geschlossenen Dramenwelt formen.Die Bühne ist das Leben, das Leben ist eine Bühne. Die Akteure und ihre Gefühle, Gedanken und Aktionen kommen und gehen. Sie verstricken ihre widerstreitenden Erwartungen, Wünsche, Sehnsüchte und Ziele zu Dramen, die sich zu einer in sich geschlossenen Dramenwelt formen.

Wie in der klassischen Theaterliteratur hat auch jedes dieser alltäglichen Dramen, die sich aus Konflikten speisen, drei Akte: Anbahnung des Konfliktes, Zuspitzung und Beruhigung. Letztere ist nicht etwa mit Erschöpfung des Konfliktes gleichzusetzen, denn es entspricht der natürlichen Tendenz der den Dramen zu Grunde liegenden Kräfte, in immer neuen Formen zum Ausdruck zu drängen. Die Beruhigung des einen bringt daher sogleich einen neuen Konflikt hervor. Dass ein Konflikt den anderen ergibt, hat sehr viel damit zu tun, dass die ihn antreibenden Energien niemals ganz zum Ausdruck kommen dürfen. Sie werden durch den kontrollierenden Ego-Verstand behindert und begrenzt.

So entsteht ein ganzes System von zum Ausdruck drängenden Impulsen, die miteinander in Konkurrenz stehen und sich daher ständig wiederholen. Denn die Wut oder der Schmerz beim Empfinden von Zurückweisung, um nur ein Beispiel zu nennen, können sich nur auflösen, wenn sie durch Ausdruck ganz und gar erschöpft oder transformiert wurden. Dies entspricht dem kosmischen Gesetz, nach dem Energie nicht zerstört werden kann.

Der Schauspieler ist Schöpfer, Modell und Schöpfung in einem. (Jerzy Grotowski)
 
Leon d’Avigdor

FOTO: Thinkstock

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