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Ein schwieriges Verhältnis: Religion, Politik und Gewalt

Es stehen immer wirtschaftliche und politische Interessen im Vordergrund, wenn Kriege geführt werden, sagt Karen Armstrong. Die renommierte Religionswissenschaftlerin hat sich in ihrem neuen Buch mit Religion und Gewalt auseinandergesetzt.

Bei der Lektüre wird klar: Begriffe wie Fundamentalismus oder Märtyrer sind keineswegs so klar definiert, wie viele denken, und in Sachen Toleranz waren die Muslime den Christen immer schon einen Schritt voraus.

Sie schreiben in Ihrem Buch, dass Jesus zwar nicht handgreiflich wurde, aber verbal durchaus austeilen konnte. Wo fängt nach Ihrer Definition Gewalt an?
Die Sprache kann sehr gewalttätig sein, weil sie einen direkt ins Herz treffen und Menschen über Jahre hinaus verwunden kann. Was ich am Beispiel von Jesus sagen wollte war, dass er nicht Teil wie auch immer gearteter revolutionärer Aktivitäten war. Das war mal eine Theorie, die man in den 1960er Jahren vertrat, und zwar weil wir nicht wirklich genau wissen, was Jesus gesagt hat. Denn diejenigen, die über ihn schrieben, taten das erst viele Jahre nach seinem Tod. Das müssen wir uns immer vor Augen halten, wenn wir das Neue Testament lesen.

In vormoderner Zeit gab es keine Trennung zwischen Politik und Religion. Bis ins 17. Jahrhundert hinein hatte niemand, ob in Ost oder West, Geschick genug, diese so eng miteinander verwobenen Bereiche zu trennen.

Claudia Hötzendorfer

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