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Irrtümer von Esoterikern

Die Esoterik-Welle hat in Westeuropa mittlerweile eine stabile  Subkultur hervorgebracht, in der Hunderttausende gefunden haben, was ihnen christliche Kirchen und Wissenschaft nicht geben  konnten: eine spirituelle Heimat. Verbreitete Skepsis von Außenstehenden lässt sie kalt. Dabei täte Selbstkritik not.

Das Wort „Esoterik“ ist heute weithin zum Schimpfwort geworden, fast schon zu einem Synonym für wolkige Schwarmgeisterei, für abstruse Ansichten und Praktiken in kilometerweiter Flughöhe oberhalb jedes wissenschaftlichen Fundaments, für geheimniskrämerische Spinnerei.
    Die Polemik ist ebenso billig wie geschichtsvergessen. Seinem Ursprung nach bedeutet „Esoterik“ das Wissen, das nur Eingeweihten, einem begrenzten „inneren“ Personenkreis, zugänglich ist (altgriech. esoterikos: „dem inneren Bereich zugehörig“). Und das musste es jahrhundertelang sein, denn sein Besitz war im christlichen Abendland lebensgefährlich. Es lief Lehrmeinungen zuwider, welche die Kirchen, im Bund mit Staatenlenkern, nicht nur mit unerschütterlicher Dogmatik verteidigten, sondern – im Namen Gottes – auch mit Folterwerkzeugen, Galgen und Fallbeilen. Nur Wahnsinnige und Lebensmüde outen sich unter solchen Umständen.

Dr. Harald Wiesendanger

FOTO: Thinkstock

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