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Holi-Fest

Nach dem Vorbild des indischen Holi-Festes geht in Deutschland ein Event der besonderen Art auf Tour. Farben, Tanzen, Lebensfreude: „Feel Your Colour!“

Das Holi-Fest ist eines der ältesten spirituellen Feste in Indien. Ursprünglich feierten die Bauern und Hirten den Einzug des Frühlings mit all seiner Farbenpracht. Die Farben, mit denen sich die Menschen gegenseitig und auch Kleider und Wände bemalten, wurden aus Blüten und Wurzeln hergestellt. Traditionell findet dieses „Fest der Farben“ zum ersten Vollmond im Monat Phalgun (Februar/März) statt und dauert je nach Region zwei bis zehn Tage.

Schon früh hatte das Fest eine religiöse und eine soziale Funktion. Die religiöse leitet sich ab von Legenden um Gott Vishnu und Gott Krishna, die soziale ist  vergleichbar mit unserem Karneval, wo die Schranken zwischen Fürsten und Volk, Bossen und Arbeitern vorübergehend hochgedreht sind.  Alles im alltäglichen Leben war und ist in Indien im Hinblick auf das Kastensystem geregelt: Ein Brahmane dürfte gar nicht mit jemand aus einer der niedrigeren  Kasten gemeinsam essen oder gar ein Geschäft führen. Heirat? Undenkbar. Wenn nun einmal im Jahr, beim Holi-Fest (die Namen sind übrigens je nach Region  andere), plötzlich all diese Schranken wie weggewischt sind, dann bedeutet das ein enormes Gefühl von Freiheit und Abenteuer. Indien und der  Hinduismus mit seinen Millionen von Gottheiten stehen für das unvergleichliche Konzept von Leela: Das Leben ist ein Spiel. Heute bewerfen sich die Menschen  in Indien untereinander mit gefärbtem  Wasser und Farbpuder (gulal), lassen Feuerwerkskörper krachen, tanzen ekstatisch zu lauter Musik, trinken Bang (stark Cannabishaltig) oder Alkohol.

Seit Jasper Hellmann 2011 ein Holi-Fest in Neu-Delhi erlebte und die Idee nach Europa transportierte, boomen hierzulande die Farbfestivals nach indischem  Vorbild. Das Motto lautet Toleranz, Freude und Gemeinschaft. Die Stimmung ist durchaus ausgelassen. Namhafte Bands und DJ’s sorgen für den (Trance-)  Beat. Die Farben sind garantiert harmlos, lassen sich leicht abwaschen, auch aus blondierten Haaren durch mehrmaliges Waschen entfernen. Wer zum farbigen  Gesamteffekt beitragen möchte, sollte weiße Kleidung tragen.

Christian Salvesen

FOTOS: Thinkstock

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