Magazin Visionen - Einfach. Besser. Leben.

Visionen

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Brücke des Lebens

Der spirituelle Weg läuft zwar für jeden Menschen individuell verschieden, und doch ist das Ziel für alle gleich.

10 Eckpunkte für den spirituellen Erfolg

Zehn Prinzipien bilden das Fundament des spirituellen Weges auf der Suche nach Erfüllung und Vollkommenheit. Orientiert an den Attributen Gottes, denn Ziel der spirituellen Entwicklung ist die Gottebenbildlichkeit und damit die Einheit mit Gott. Wer auf dem spirituellem Pfad unterwegs ist, orientiert sich an den Attributen Gottes, denn Ziel der spirituellen Entwickling ist …

„Ich bin nicht Materie, die eine spirituelle Erfahrung macht.
Ich bin ein spirituelles Wesen, das diese menschliche Erfahrung macht.“       
                                                                                                                              Willigis Jäger

1 Wahrhaftigkeit
Gott selbst ist die Wahrheit, er ist unveränderlich – für alle Zeit ein und derselbe. Und die Ordnung, die er von Anfang an für Mensch und Schöpfung festgelegt hat, ist ebenso unveränderlich. Dieses Prinzip ist in jeder Religion Allgemeingut. Jesus Christus lehrte: Gott ist Geist, und die Ihn anbeten, müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten (Joh. 4, 24). Wer also den Weg zu Gott gehen will, sollte immer bei der Wahrheit bleiben und stets die Wahrheit sagen. Wenn wir immer ehrlich sind, leben wir frei und unbeschwert, weil wir uns nicht an vielerlei Dingeerinnern müssen. Wenn ich nicht die Wahrheit sage, erzähle ich dem einen dies und dem anderen jenes, und so muss ich immer im Gedächtnis behalten, was ich wem erzählt habe. Aber wenn ich allen dasselbe, also die Wahrheit, sage, brauche ich nicht darüber nachzudenken, was ich gesagt habe, und das macht es für mich entschieden einfacher.
Auch unser Verhalten sollte wahrhaftig sein und die spirituellen Grundsätze widerspiegeln. Nicht dass wir das eine predigen und dann in unserem Verhalten etwas ganz anderes vermitteln. Wenn wir zum Beispiel sagen, dass wir Geschwister in der Vaterschaft Gottes sind, sollten wir uns tatsächlich allen Menschen gegenüber entsprechend verhalten, als Mitglieder ein und derselben Familie.

2  Beten im Geist
Jesus hat in diesem Satz ein zweites zentrales Prinzip der Spiritualität angesprochen: dass wir „Gott im Geiste anbeten müssen“. Wir können Gott nur in unserer Seele begegnen und ihn nur dort anbeten, und nicht auf der körperlichen Ebene mit Ritualen, Singen und Tanzen. Was auch immer wir mit materiellen Dingen, also auch mit unserem Körper, tun, und sei es im Namen der Religion, kann nicht als Anbetung Gottes bezeichnet werden. Vielmehr müssen wir still werden, unsere Aufmerksamkeit von den Sinnen abziehen und nach innen wenden an den Sitz der Seele im Dritten Auge. Dort in der Stille kann die Seele Gott begegnen.

3  Keine Vergeltung üben
Drittens sollten wir darauf verzichten, es einem anderen mit gleicher Münze heimzuzahlen, wenn er uns etwas Schlechtes antut. Wie Jesus Christus sagte: „Ich aber sage euch, dass ihr euch dem Bösen nichtwidersetzen sollt (Matth. 5,39). Es ist nicht unsere Aufgabe, über den anderen zu urteilen, ob er Gutes oder Böses tut, und es ihm zu vergelten. Wir sollten das Werk Gottes nicht übernehmen – das Urteilen ist Sein Job. Wenn wir zu urteilen beginnen, unterlaufen uns viele Fehler, denn unsere Kenntnisse sind nie vollständig. Aus diesem Grund sollten wir nie schlecht über andere reden, auch wenn sie selber über uns herziehen. Und wir sollten stets darauf achten, dass wir schlechtem Verhalten nicht in gleicher Weise begegnen.

4 Klare Entschlossenheit
Bei allem, wozu wir uns entschließen, sollten wir Wankelmut und inneren Zwiespalt vermeiden. Damit ist das innerliche Schwanken und hin und her Überlegen gemeint, ob wir jetzt diesen Weg oder jenen Weg einschlagen sollten. Wer zweifelt und nicht genau weiß, was er tun will oder wohin er gehen will, der kommt nicht voran. Er macht einen Schritt vorwärts, aber dann auch wieder einen zurück. Wir sollten deshalb darauf achten, dass wir fest entschlossen für alles verbindliche Entscheidungen treffen und sie konsequent umsetzen.

5  Rat bei Gott einholen
Wie können wir aber erreichen, dass wir in unseren Entscheidungen unerschütterlich sind? Indem wir uns nach innen an Gott wenden und von dort die Inspiration empfangen. Und wenn wir im Innern von Gott eine klare Anweisung bekommen haben, sollten wir sie genauestens befolgen, ohne sie durch Zweifel und Nachdenken mit unserer menschlichen Intelligenz zu zerpflücken. Denn sie entspringt der Weisheit Gottes.

6 Im Jetzt leben
Sechstens ist es wichtig, in der Gegenwart zu leben. Wir vergeuden einen Großteil unserer Zeit damit, entweder über Vergangenes nachzudenken oder uns Sorgen um die Zukunft zu machen. Wenn wir etwas unternehmen wollen, lassen wir uns sofort von unseren Erfahrungen aus der Vergangenheit leiten, wo wir diesen oder jenen Fehler machten oder etwas Schlimmes passierte. Und wir machen ständig Pläne für die Zukunft, haben aber über die Zukunft nicht die geringste Kontrolle.

Deshalb ist es so wichtig, zu lernen, in der Gegenwart zu leben. Indem wir unsere Zeit und Sorgfalt unserer gegenwärtigen Situation widmen, werden wir bessere Ergebnisse erzielen und zufriedener sein. Was immer wir heute tun wollen, sollten wir gründlich planen, so dass wir es erfolgreich zu Ende bringen. Und damit unsere Tätigkeit einwandfrei gelingt, wenden wir uns am besten nach innen an Gott, um von dort die für unsere Arbeit goldrichtige Eingebung zu erhalten.

7 Karmische Rückwirkungen
Darüber hinaus sollten wir niemals vergessen, dass alles Geschehen in unserem Leben vorherbestimmt ist. Und was vorherbestimmt ist, ist das Beste, was uns passieren kann. Das Karma-Gesetz wirkt nach der Prämisse „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Was wir in der Vergangenheit getan haben, muss seinen gerechten Ausgleich finden, und was für dieses Leben vorherbestimmt ist, dient diesem Zweck. Indem wir unserer Bestimmung zu 100 % folgen, befreien wir uns von der Last unseres Karmas.

Aber wenn wir anfangen, Veränderungen vorzunehmen, indem wir entweder mehr tun oder auch weniger als vorherbestimmt ist, schaffen wir uns zusätzliches Karma. Die Karmas sind nun mal vorhanden, und es ist falsch anzunehmen, man könne schlechtes Karma mit gutem neutralisieren. Alles, was wir in der Vergangenheit getan haben, hinterließ einen Eindruck in unserem Bewusstsein, und dieser Eindruck kann nur mit einem gleichwertigen, identischen Ereignis ausgelöscht werden. Darüber hinaus sollten wir, wenn wir unsere Zukunft planen, bedenken, dass ohnehin nichts geschehen wird, das unserem vergangenen Karma nicht entspricht.

8 Ehrliches Einkommen
Der nächste wichtige Punkt ist, dass wir unseren Lebensunterhalt durch harte, ehrliche Arbeit verdienen und mit unserem eigenen Geld auskommen. Wenn wir vom Geld und den Ressourcen anderer Menschen leben, überträgt sich das damit verknüpfte fremde Karma auf uns, und wir haben darunter zu leiden. Darum ist es so wichtig, genau und sehr sorgsam darauf zu achten, woher wir unser Einkommen beziehen, und dass wir nur von dem Geld leben, das wir selbst erarbeitet haben. Unser Einkommen sollte nicht auf illegalem Weg, sondern stets durch rechte Mittel erworben sein. Das heißt: Wenn wir für eine Arbeit bezahlt werden, sollten wir wahrhaft bemüht sein, sie gemäß den Anweisungen zu erledigen.

9 Liebe für alle
Ein weiteres grundlegend wichtiges Prinzip für den spirituellen Pfad ist die Liebe für alle Menschen. Als Seelen sind wir alle aus der gleichen Quelle in Gott hervorgegangen, und in diesem Sinn ist Gott unser aller „Vater“ und wir sind Geschwister in der Vaterschaft Gottes. Deshalb sollten wir alle Menschen lieben, ohne unter ihnen einen Unterschied zu machen und ohne Dank oder eine Gegenleistung zu erwarten. Allen Menschen dieselbe selbstlose Liebe entgegenzubringen, fällt jedoch schwer, wenn wir andere aufgrund ihres Verhaltens, ihrer Bildung, Tüchtigkeit etc. beurteilen. Dann versuchen wir, bestimmte Personen zu meiden. Wie vorhin erwähnt, ist es nicht unsere Aufgabe, andere Menschen zu beurteilen, sondern unsere Aufgabe ist es, jeden zu lieben, ihn zu unterstützen und ihm zu helfen.

10 Selbstkorrektur
Auf dem spirituellen Pfad ist es unerlässlich, Selbstdisziplin zu entwickeln. Selbstdisziplin bedeutet, dass wir uns selbst auf Fehler prüfen und uns korrigieren. Gewöhnlich versuchen wir unsere Fehler möglichst schnell unter den Tisch zu kehren; wir wollen uns nicht damit auseinandersetzen, sondern sind eher neugierig, welche Fehler die anderen machen. Aber mit dieser Taktik werden wir die eigenen Fehler und Schwächen nie überwinden.

Angenommen, jemand kritisiert uns für irgendetwas – z.B. wir würden lügen. Statt es abzustreiten, sollten wir zunächst nicht darauf reagieren, sondern uns besser an einen stillen Ort zurückziehen und darüber nachdenken, ob er recht hat oder ob er falsch liegt. Wenn man erkennt, dass man tatsächlich gelogen hat, sollte man beschließen, in Zukunft bei der Wahrheit zu bleiben. Wir sind selbst unser bester Richter, wir können zwar andere täuschen, aber nicht uns selber. Und wenn man zum Schluss kommt, dass der andere unrecht hatte, sollte man den Vorfall aus seinem Gedächtnis streichen und niemals wieder darüber nachdenken.

Durch Selbstdisziplin werden wir uns selbst nach und nach von unseren Fehlern befreien.

Wenn wir uns diese zehn Punkte zu eigen machen, werden wir frei von allen Sorgen und können im Vertrauen auf die göttliche Führung den spirituellen Pfad sehr leicht gehen.

Soami Divyanand (1932-2014), Meister des Surat-Shabd-Yoga, lehrte mehr als 35 Jahre lang den Pfad des inneren Lichtes und Klangs. Veden-Übersetzer und Autor zahlreicher Bücher.

 

BUCHTIPP
Soami Divyanand: Spirituelle Unterweisungen (Sandila)

 

Soami Divyanand

FOTOS: Thinkstock

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