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Intuition

Die Intuition ist weit mehr als ein Gefühl, sagt Céline von Knobelsdorff. Sie ist ein wertvoller Wegweiser zu einem authentischen und erfüllten Leben.

Ist Glückseligkeit Zufall, Schicksal oder eine wundersame Fügung? Und welchen Anteil haben wir daran?

Spontan fällt mir dazu dieses beliebte Zitat ein: „Jeder ist seines Glückes Schmied.“ Mögen viele Glück mit Äußerlichkeiten verbinden, so werden sie dauerhaft nicht Ersatz dafür sein können, wenn wir unsere Seele hungern lassen. Wenn wir allerdings innerlich selig sind, dann gesellen sich oft wie durch Zauberhand auch unerwartete oder vergessene Annehmlichkeiten hinzu. Was treibt uns an, weshalb einige Glückpilze und andere Pechvögel genannt werden?

Glück oder Seligkeit können wir nicht haben wollen oder erzwingen, sie sind das Ergebnis einer bestimmten Lebenshaltung und dem Umgang mit Unvorhersehbarkeiten. Wir brauchen auf dem Weg zu unserem individuellen Glück einen sicheren Weggefährten, auf den wir auch in stürmischen Zeiten bauen können und der uns nicht verlässt, wenn wir uns zeitweise vom Glück verlassen fühlen.

Dieser Weggefährte ist Teil unserer Persönlichkeit, unserer Einheit von Körper, Geist, Seele und Gefühlen. Es ist unsere Intuition. Sie ist keine launische Diva, die nur Gutes vorhersagt und dabei unnahbar bleibt. Sie ist einer unserer wertvollen Zugänge zum höheren Wissen, zu einem Wissen, welches den Weg zu unserem inneren und äußeren Glück überblicken kann. Dazu ist unser Verstand ebenso wenig in der Lage, wie es die Vielzahl unserer Gefühle ist.

Intuition ist daher auch weitaus mehr als nur ein Gefühl – sie ist die weise Stimme, die uns auf Kurs bringt und hält, damit wir das höchste Gut verwirklichen: uns selbst. Statt das zu tun, was viel Geld verspricht oder mit gesellschaftlicher Anerkennung winkt, statt unsere (Selbst-)Liebe ohne die entsprechende (eigene) Wertschätzung unaufhörlich anderen zugutekommen zu lassen, beginnt die Reise zur Glückseligkeit damit, sich selbst und seiner Intuition zu begegnen: Lebst du das Leben, das von Herzen zu dir passt?

Wir werden mit dem Glück immer auf Konfrontationskurs liegen, wenn wir das Leben anderer führen oder uns Werten unterziehen, die mit uns nicht im Einklang sind. Überhaupt werden wir keine dauerhafte Zufriedenheit mit bereits vorhandenen Entwicklungsschritten, Erfolgen, Gütern, aber auch in vielleicht lang ersehnten Partnerschaften haben, wenn diese von uns gebraucht werden, damit wir sagen können, dass wir glücklich sind oder dass es uns gut geht.

Wir brauchen zum Glücklichsein nur uns selbst, uns als harmonisch-dynamisches Wesen, welches sich dankbar zeigt für alle Geschenke des Lebens, beginnend mit einem gesunden Körper, geistiger Wachheit, emotionaler Offenheit, entdeckungsfreudigen Sinnen und der grandiosen Option, das eigene Leben gestalten zu können. Aus dieser Dankbarkeit heraus entwickeln wir ganz andere Kräfte für die Herausforderungen im Leben, als wenn wir, von Gier und Hast getrieben, mit einer notorischen Anklage durch die Welt laufen.

Das Loslassen vom Brauchen ist eine wesentliche Erfahrung im Leben derer, die sich zufrieden und glücklich nennen, wo andere die Augen verdrehen und die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Es gibt keinen äußeren Ersatz für innere Bedürftigkeit, diese braucht vor allem unsere Zuwendung und die Verantwortung, uns selbst erfüllen zu wollen. Was uns in eine langfristige Erfüllung führt, und welchen Weg wir samt aller Aufgaben, Hürden und Lernschritte dafür einschlagen müssen, das kann uns ebenfalls am besten die Weisheit sagen, die in uns wohnt, in unserem Herzen, dort wo wir die Stimme unserer Intuition wahrnehmen können. Wichtige Impulse gibt es zudem aus unserem Umfeld, aber welche nun für uns richtig sind, das müssen wir auswählen. Und auch hier sollten wir lernen, die Stimme unserer Intuition zurate zu ziehen.

Dies gelingt, wenn wir Klarheit über die vielen Stimmen aus unserem reichen Gefühlsleben und vor allem dem Unbewussten gewinnen, wenn wir unsere Ängste und deren Herkunft kennen, wenn wir eingefleischte Gewohnheiten auf ihre Sinnhaftigkeit für unser weiteres Leben durchleuchten und bei allem mutig für die Wahrheit sind. Der Weg in die Glückseligkeit ist ein Weg, der Mut und Entschlossenheit ebenso benötigt, wie Selbstvertrauen und die Stärke, sich immer wieder zu hinterfragen: Ist das noch der Weg, den ich gehen wollte, oder haben sich wieder alte Muster eingeschlichen?

Wir brauchen Mut für unsere eigenen inneren Konflikte, die meist aus Selbstzweifeln, Unsicherheiten, vor allem aber aus der verlorengegangenen Einheit herrühren. Sich selbst wieder als Ganzes ernst zu nehmen, bedeutet auch unsere Ganzheitlichkeit anzuerkennen. Wir können uns für unsere Arbeit und das Privatleben nicht in Kopf, Herz, Bauch zerteilen lassen. Wir können unsere Gefühle nicht ausziehen wie einen Mantel und annehmen, dass unsere Gedanken völlig frei davon sind. Wir dürfen unsere spirituelle Herkunft nicht leugnen, sind wir doch Wesen, die sich selbst trotz ausgefeilter Hochtechnologie bis heute nicht verstehen. Wir können uns die Großartigkeit des Lebens nicht durch Spezialistentum zugänglich machen, sondern durch das Anerkennen und die Demut vor dem großen Ganzen, dessen wunderbares Abbild wir sind.

Wer seine Reise in die wahrhaftige Seligkeit der Selbstverwirklichung antritt, der wird auch die Wunder glücklicher Fügungen erleben und dabei die Großartigkeit erfahren, mit dem weisen Mysterium des Lebens, welches nach Freude und Erfüllung strebt, in der Tiefe, im Herzen verbunden zu sein.

Zur Autorin
Céline von Knobelsdorff, geboren 1971, arbeitet
als Psychologische Beraterin, Coach und
Trainerin. Autorin des Sachbuchs „Intuition
für Rationalisten – Mehr Wissen für Mutige“
(Verlag tredition, 2017)
www.cvk-coaching.com

Céline von Knobelsdorff

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