Magazin Visionen - Einfach. Besser. Leben.

Verbunden sein

Lieber Leserin, lieber Leser,
die Tochter einer Bekannten machte dieser Tage ein Sozialpraktikum in einem Altenheim der Umgebung. Als sie nach ihrem ersten Arbeitstag gefragt wurde, wie es denn so sei, da sprudelte es nur so aus ihr heraus:

Ja, die Menschen dort hätten all ihre gesundheitlichen Probleme und Beschwerden, aber das sei wohl normal im Alter; das Bedrückendste aber wäre das „Alleingelassen-seins-Gefühl“ der Bewohner – ihre Einsamkeit.

Aber sind wir nicht alle einsam? Ich denke dabei weniger an die soziale Kälte, die Menschen vereinsamen lässt, sondern meine es vielmehr im Hinblick auf unsere Seele, die seit ihrer Geburt einsam in diesem Körper „dahinvegetiert“, beladen mit den millionenfachen Eindrücken des Alltags. Jeden Tag, jeden winzig kleinen Moment wird deren Zahl größer. Ja, glauben wir wirklich, dass sich unsere Seele freut, wenn der ganze Müll unseres täglichen Handelns auf sie abgeladen wird? Nehmen wir etwa an, dass unsere Seele nicht registriert, was wir tun, was wir sagen und denken, und einfach alles sofort von sich abschütteln kann?

Die Seele ist in unserem Körper einsam, und zwar solange, wie wir uns ihres Daseins nicht bewusst werden und aktiv eine Verbindung zu ihr suchen. Was sind die Rezepte gegen das „Alleingelassen-seinsGefühl“ der Seele: Nein, nicht Kerze aufstellen, auch nicht heiße Badewanne, sondern als Erstes die Erkenntnis, dass alle Lebewesen genauso eine Seele in ihren Körpern tragen und sie daher mit Respekt und Verbundenheit zu beachten und zu behandeln sind, egal wie klein, wie groß, wie anders sie auch sein mögen. Alle Lebewesen stammen genauso wie wir von Gott ab. Diese grundlegende Verbundenheit der Seele können wir dann sehen, wenn wir aus unserem Herzen in das Herz des Anderen blicken; da erkennt man das Gemeinsame, nämlich die Liebe Gottes.

Der zweite Schritt ist, dass wir in unseren so vollgestopften Terminkalender einen weiteren Termin aufnehmen sollten: jeden Tag 5 Minuten Aufmerksamkeit für die Dinge aufbringen, die uns Gott näher bringen, damit wir die Verbundenheit unserer Seele mit Gott täglich spüren. Das mag zum einen die Meditation sein, vielleicht der Moment der bewussten Stille oder das Zwiegespräch zwischen meiner Seele und mir. Das ist Nahrung für meine Seele, um ihr aus der Einsamkeit heraus zu helfen. Aber auch die Achtsamkeit gegenüber Mitmenschen und anderen Lebewesen, das Mitgefühl und die Liebe für sie lässt meine Seele vor Freude hüpfen, ja geradezu Purzelbäume schlagen.

All das, aus der Tiefe unseres Herzens gelebt, macht uns beide, meine Seele und mich, zu glücklichen und zufriedenen Wegbegleitern.

Mit herzlichen Grüßen

die Visionäre aus dem Schwarzwald

FOTO: gettyimages

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