Magazin Visionen - Einfach. Besser. Leben.

Networking lebt von achtsamer Kommunikation. Dunja Burghardt, Mitgründerin des Cosmic Cine Festival, gibt ihre Vision einer lebendigen Wirtschaft überall weiter, wo sie mit Unternehmern und Medien schaffenden

Seit über 15 Jahren bin ich nun in der Wirtschaft unterwegs, habe sechs Firmen gegründet und ein Buch geschrieben. Meine Erfahrungen gebe ich mittlerweile gerne weiter.

Wenn ich Führungskräfte berate, geht es immer zuerst um die Vision eines Unternehmens und zuletzt um die Vernetzung. Die lebendige Vision ist das Kraftwerk der Entfaltung für jeden Mitarbeiter, die lebendige Vernetzung die Erdung. Beides zusammen ist pure Magie.

Die Sinn-Vision oder, anders ausgedrückt, den Lebenssinn eines Unternehmens freizulegen ist wie einen Schatz zu heben. „Wozu macht ihr das alles?“, frage ich. Wenn diese Frage mit Freude beantwortet werden kann, sind wir wirklich bei uns. Zugleich kommt durch diese Frage, egal wie die Antwort lautet, Bewusstsein ins Spiel. Und wo Bewusstsein in unser Handeln kommt, ist unser Handeln angebunden. Lebensfluss folgt. Jedoch nicht im mystischen Sinne. Vieles kommt durch die Bewusstwerdung auf ganz natürliche Weise in Bewegung.

So gehe ich selbst diesen Weg seit vielen Jahren, trage die Vision der lebendigen Wirtschaft weiter in Unternehmen und lerne stetig dazu. Mit jedem Interview und jeder Begegnung werde ich bunter. Heute bin ich der Überzeugung, dass es so viele Wahrheiten wie Menschen gibt. Alle Sichtweisen münden in einer universellen Weisheit, der wir uns nähern, indem wir anderen zuhören. Wenn wir unser Gegenüber auf Augenhöhe lassen und die Schönheit dieser Essenz erkennen, erkennen wir am Ende uns selbst.

Ich selbst verstehe mich mittlerweile als Visionärin der Medienbranche. Ein Medium, das Wissen von vielen Menschen einsammelt und die Essenz auf kurzem Wege weiterträgt. Diese Form der kommunikativen Netzwerkarbeit bereitet mir Freude, sie bereichert in Zeiten der Informationsflut und lässt mich selbst lebendig wirtschaften.

An dieser Stelle kommen Menschen der Kommunikationsbranche zu Wort, die dich mit kurzen Impulsen bereichern. Da ist zum einen Vivian Dittmar, Autorin und Speakerin für den Wandel, die ich zu meinem Buch „lebendige Wirtschaft“ interviewen durfte, und zum anderen Fritz Lietsch, der Chefredakteur des Magazins „forum Nachhaltig Wirtschaften“, einer meiner Mentoren im Bereich des Schreibens. Und drittens sind da die beiden Filmemacher Renata Heinen und Rolf Winter, die um die Welt zogen, um mit ganz unbekannten Menschen zu sprechen. Ihr Film feiert auf dem Cosmic Cine Filmfestival im April 2020, das ich mitgestalten darf, seine Deutschlandpremiere. Die Erkenntnisse von diesen dreien schenkten mir eine neue Perspektive und veränderten meine Kommunikation.

Kommunikation & Film Interview mit Chefredakteur Fritz Lietsch

Fritz, du bist seit vielen Jahren als Pionier der Nachhaltigkeit in der Kommunikationsbranche unterwegs. Wie ging und geht es dir dabei?

Ich sehe mit großer Sorge, dass wir in vielen Bereichen noch lange nicht da sind, wo wir sein sollten. Ich sehe aber mit größerer Freude, was alles erreicht wurde. Dinge, die ich vor 30 Jahren gesagt habe, wurden damals als Spinnerei abgetan (Solarenergie, Bio-Landbau, Social Business, Sharing, etc.) – heute sind sie bereits Realität oder gar Normalität. Heute darf ich meine Ideen vor großem Publikum vorstellen und gemeinsam mit vielen Mitstreitern und vielen Branchen und Gesellschaftsbereichen umsetzen. Deshalb wünsche ich deiner Generation Mut, Klarheit, Entschlossenheit und vor allem: ganz viel Begeisterung und Liebe für das Leben.

Was wünscht du dir für deine Generation?

Endlich aufhören zu jammern, endlich Verantwortung übernehmen, Fehler eingestehen und es besser machen, statt alle Last und Hypothek auf zukünftige Generationen zu laden oder gar auf die Jugend zu schimpfen. Von alten Mustern und Gewohnheiten loslassen. Ich wünsche mir, dass meine Generation endlich aufhört, sich selbst zu belügen. Dass sie sieht, was ist und wie es ist, und dass sie gemeinsam mit der Jugend ein Bild entwirft, wie die (globale) Zukunft aussehen soll.

Welchen Beitrag kann das Medium Film hier leisten?

Einen ganz enormen, wichtigen Beitrag. Der Film kann mit Wort und Bild hervorragend informieren. Aber noch mehr: Er berührt unsere Seele und weckt unsere Emotionen. Zudem kann er Brücken bauen. Deshalb: Filmemacher aller Länder, vereinigt euch und helft mit bei der großen Transformation!

Infos zu Fritz Lietsch und „forum Nachhaltig Wirtschaften“ auf: forum-csr.net

Kommunikation & Mensch Interview mit Filmemacher Renata Heinen und Rolf Winter

Renate und Rolf, euer Film DOWN TO EARTH zeigt keine Stars, sondern absolute No-Names. Warum war es euch wichtig, mit diesen Menschen in Kommunikation zu gehen?

Die Charaktere unseres Films sind Unbekannte auf der ganzen Welt, die unter dem Radar unserer modernen Gesellschaft leben. Die meisten von ihnen leben abgeschieden im Dienste ihrer Familien und Gemeinschaften. In diesen werden sie als Medizinleute, Hüter der Weisheit, Schamanen, Heiler oder spirituelle Führer bezeichnet. Wir haben uns für den Begriff „Hüter der Erde“ entschieden, da wir das Gefühl hatten, dass dies die Figuren in DOWN TO EARTH treffend beschreibt. Diese Menschen, die wir filmten, sind nicht nur unglaublich bescheiden und geerdet, sondern gleichzeitig Bindeglieder zwischen unserem Leben auf der Erde und anderen Sphären, zwischen körperlichen und unkörperlichen Welten. In Wirklichkeit leben wir alle ständig in mehreren Dimensionen, es ist nur so, dass diese Menschen sich des Daseins in mehreren Dimensionen gewahr sind. Und wir glauben, das ist eine wichtige Botschaft in Zeiten des Wandels.

Ihr meint, dass es verschiedene Dimensionen gibt, in denen wir kommunizieren?

Ja, über diese Verbindung haben sie Zugang zu viel mehr Informationen, können diese für sich in Anspruch nehmen und anderen dabei helfen, zurückzuholen, was in anderen Realitäten verloren ging. Die Art, wie diese erdverbundenen Menschen ihr Leben führen, ist die Botschaft. Unberührt von künstlich erschaffenen Gesetzen, Religionen oder verzerrenden Schichten des Egos, haben sie alle eine klare und transzendente Sicht auf das Leben auf dem Planeten Erde. Sie wissen, dass es Zeit ist, hervorzutreten und ihre Einsichten und Weisheit mit den Menschen zu teilen, die bereit sind zuzuhören. Und genau darum geht es eben auch: dass wir wieder lernen, einander wirklich zuzuhören.

Deutschlandpremiere auf dem Cosmic Cine Filmfestival 24.04.2020 um 16 Uhr – cosmic-cine.com. Infos zum Film auf: downtoearthfilm.com

Kommunikation & Unternehmen Interview mit Autorin und Speakerin Vivian Dittmar

Vivian, du setzt Impulse für den Wandel in vielen Unternehmen, sei es durch das Terra Institut, die Be-TheChange-Initiative oder auch mit deinen Büchern. Für dich gehört zur Beziehungsfähigkeit und einer guten Kommunikation auch das Wissen über unsere Gefühle – warum?

In meiner Auseinandersetzung mit dem Thema Fühlen habe ich bemerkt, dass wir ganz konkret bei den fünf Sinnen anfangen können. Also, ich kann sagen: Ich fühle mich kalt oder ich fühle mich schlecht. Und bereits an dieser Stelle sind wir es gewohnt, solche Sinnesempfindungen auszublenden. Wenn ich mir dagegen angewöhne, wieder zu fühlen, verschafft mir das Zugang zu meiner Menschlichkeit.

Die Gefühle, die ich als reine Gefühle bezeichne, fungieren als soziale Kräfte, um mit dem, was ist, in Beziehung zu sein. Ich unterscheide hier fünf Gefühle: Wut, Trauer, Freude, Angst und Scham. Wenn wir diese fünf anschauen, dann wird sehr schnell deutlich, dass nur ein Gefühl dabei ist, das wir gern haben – die Freude. Die anderen vier Gefühle brauche ich jedoch, wenn das, was ich möchte, und das, was ist, nicht übereinstimmen. Der Witz an dieser Geschichte ist, dass wir, um mit Situationen umzugehen, die schwierig sind, ein größeres Repertoire an Gefühlen brauchen als bei denen, die so sind, wie wir sie haben wollen. Jedes Gefühl hat jedoch lediglich unterschiedliche Funktionen. Wenn ich alle fünf Gefühle in mir erzeugen kann, sie als Kraft zulassen kann, dann bin ich dafür gewappnet, jeder Situation zu begegnen.

Was bedeutet das für unsere Kommunikation?

Ich habe immer wieder beobachtet, dass Menschen, sobald sie wirklich ein Verständnis dafür entwickeln, wofür Gefühle da sind und welche verschiedenen Arten von Gefühlen es gibt, sich leichter tun, Gefühle in der Kommunikation und in Unternehmen wieder zuzulassen. Wir haben ein kulturelles Missverständnis, das besagt, dass Gefühl und Verstand Gegensätze sind, und auch eine kulturelle Wertung, dass diese Gefühle irrational und unpraktisch sind. Mit diesen Missverständnissen gilt es aufzuräumen. Das große Dilemma, das wir im Moment in Unternehmen haben, ist, dass wir Menschen wollen, die wirklich mit ihrer ganzen Schaffenskraft im Beruf stehen, und gleichzeitig von ihnen einfordern, dass sie ihre Gefühle zu Hause lassen. Das funktioniert aber nicht, denn in dem Moment, in dem Menschen wirklich anfangen, sich reinzugeben, haben sie auch Gefühle.

Auszug aus dem Buch „lebendige Wirtschaft“. Info auf wirtschaft-leben.com.

Mehr zu Vivian Dittmar auf viviandittmar.net

Dunja Burghardt ist Moderatorin und Storytellerin. Gemeinsam mit ihrem Mann Maik Burghardt bewegt sie die Medienbrache seit über 15 Jahren im Bereich der nachhaltigen Entwicklung, sozialen Verantwortung und gesellschaftlichen Bewusstseinsbildung. Als DiplomBetriebswirtin führte sie der Weg von der Finanzbranche, über die Krisenkommunikation hin zur eigenen Werbeagentur, Filmproduktion und dem Cosmic Cine Filmfestival. Ihr Buch „lebendige WIRTSCHAFT“ zeigt das Potential der Vernetzung auf.

Info: wirtschaft-leben.com * md-burghardt.com

FOTO: rootz & wingz, Dunja Burghardt

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