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Enneagramm

Das Enneagramm erschien im Westen zum ersten Mal in der Lehre des Mystikers Georges Gurdjieff und wurde durch den chilenischen Psychiater Claudio Naranjo populär, der die Theorie des Enneagramms mit seinen Erfahrungen im klinischen und therapeutischen Bereich verknüpfte.

Bis heute haben sich unterschiedliche Ebenen, wie es verstanden und genutzt werden kann, ergeben – von einer Typenlehre bis hin zu einem Werkzeug für den spirituellen Weg.

Das Enneagramm – Landkarte des Unbewussten

Das spirituelle Enneagramm gibt Aufschluss über die Art und Weise, wie ein Mensch sich von seinem Innersten trennt, ohne sich dessen bewusst zu sein. Dabei beschreibt es neun  ogenannte Charakterfixierungen, d. h. verengte und automatisierte Perspektiven, aus denen ein Mensch sich selbst und die Welt wahrnimmt. Das Enneagramm beruht auf dem Wissen der  osmologischen Dreiheit der Grundkräfte: Die erschaffende, die bewahrende und die zerstörerische Kraft, die unpersönlicher Natur sind und einen natürlichen Kreislauf von Geburt,  Lebensspanne und Tod bilden. Die Identifikation mit einem Ich-Konstrukt, in der Sprache des Enneagramms Fixierung genannt, verhindert, dass diese ursprünglichen Kräfte frei durch uns  ließen können und zu drei emotionalen Grundantrieben werden, die eine entscheidende Rolle spielen in der inneren Zusammensetzung einer persönlichen Leidenswelt.

Aus zerstörerischer Kraft wird ich-hafter Zorn und der elementare Antrieb, sich dem Leben machtvoll zu widersetzen. Aus schöpferischer, erschaffender Kraft entstehen eine
unerfüllte Suche nach Liebe und die tiefe Überzeugung von Mangel. Aus einer feinen, intelligenten, bewahrenden Kraft wird pure Lebensangst, die eine Flucht aus dem Lebendigen nach sich zieht.

In der Fähigkeit zur bewussten Wahrnehmung dieser Antriebe eröffnet sich ein Wandlungspotenzial, eine Integration von Unbewusstem. Für diese Wandlung stellt das Enneagramm für jeden Enneatyp sieben Schlüssel zur Verfügung, deren Kenntnis einem Bewusstwerdungsprozess entscheidend und direkt dient.

Als ‚Landkarte des Unterbewussten‘ ist das Enneagramm der Charakterfixierungen nicht nur für die eigene Selbsterkenntnis und -entfaltung von wirksamer Bedeutung. Es kann auch für Therapeuten, Lehrer, Coaches, Heilpraktiker ein wertvolles Instrument ihrer Arbeit sein.

Leiden und Heilung

Was hilft oder heilt uns, wenn wir leiden, wenn wir uns innerlich/seelisch krank fühlen? Diese Frage stellt sich jeder Therapeut, der in Kontakt mit Problemen und Traumata von Klienten ist. Es gibt viele ernstzunehmende Ansätze, wie ein Heilungsweg beschritten werden kann, und es lohnt sich, das „Wesen“ von Heilung aus einer umfassenden, spirituellen Sicht zu betrachten.

OM C. Parkin: „Heilung im umfassenden Sinne verstehen wir als Rückbindung zur inneren Quelle. Diese Rückverbindung bedeutet Ganzwerdung oder auch Einswerdung als reale innere Erfahrung des Menschen während eines sich vollendenden Heilprozesses. Das leidvoll als abgetrennt Empfundene, das Gespaltene fügt sich wieder zusammen in einem bewussten Akt der Wiedervereinigung. Diese Rückverbindung kann nicht im physischen Körper geschehen, sondern ausschließlich in der geistigen Welt des Menschen.“

Wenn wir Heilung auf diese Weise verstehen, dann schenkt uns das ein tieferes Verständnis dafür, was in einer Therapie geschehen kann: Integration. Die Integration von psychischen Inhalten, von noch unbewussten Gefühlen und Kräften, von Aspekten unserer selbst, die ausgeblendet, verdrängt, verboten waren.

Wie dient das Enneagramm diesem Prozess?

Das Enneagramm der Charakterfixierungen kann ein Wegweiser durch das Labyrinth der inneren Welten sein. Es zeigt die geistigen Prägungen eines Menschen auf, die jenseits seiner persönlichen und kulturellen Geschichte wirken, und weist den Weg zu den eigentlichen Wurzeln der persönlichen Leidensgeschichte eines Menschen. Kein Gefühl, kein Gedanke, kein körperlicher Zustand ist die wirkliche Ursache für unser Problem, sondern die Tatsache, dass wir mit einem inneren Zustand auf unbewusste Weise so verschmolzen sind, dass unser Blick sich auf schmerzliche und begrenzende Weise verengt – fixiert – hat. Wenn nicht die Geschichte und die aktuelle Lebenssituation verantwortlich für Glück und Leiden eines Menschen gemacht werden, hat er die Chance auf Selbsterkenntnis und Wandlung im Innen.

Diagnoseinstrument und Schlüssel zur Wandlung

Ohne Bereitschaft, uns unseren eigenen Begrenzungen und inneren Welten zuzuwenden, können wir den Bewusstseinsprozess eines Menschen nicht wirklich begleiten, bzw. nur begrenzt. Hingegen öffnet sich unser Blick für die innere Welt des Geistes in anderen Menschen in dem Maße, wie wir uns selbst begegnen. So dient das Enneagramm in erster Linie
dem, der es für sich selbst anwendet, und es kann als wertvolles Wissen in jede therapeutische Methode integriert werden, denn es stellt dem Therapeuten auf klare und unpersönliche
Weise ein Wissen zur Verfügung, das dem heilenden Integrationsprozess als roter Faden dienen kann.

OM C. Parkin: „Das Enneagramm ist ein hervorragendes Diagnose-Instrument für Menschen in Heil- und Lehrberufen, weil es dem Therapeuten oder Lehrer tiefgreifende Einblicke in psychische Organisationsstrukturen von Menschen geben kann. Insbesondere Strukturen, die denjenigen selbst in keiner Weise bewusst sind. Es ist keine therapeutische Methode im direkten Sinne, aber es kann einen Erkenntnisprozess ermöglichen und dadurch, dass das Enneagramm viele Ebenen von Spiegeln vorhalten kann, ist es in der Lage, tiefgreifende Selbstreflektionsprozesse bei Klienten auszulösen.“ Im Kern handelt es sich um eine Vertiefung der eigenen Sicht und mit den Sieben Schlüsseln des Enneagramms können dem Klienten konkrete Werkzeuge an die Hand gegeben werden, die einen tiefgreifenden transformatorischen Prozess einleiten können. Durch die Kenntnis und Vertiefung dieser Schlüssel können wir  lebendiger, freier, kraftvoller, aber vor allem tiefer mit uns selbst verbunden werden. Anselm Grün: „Der Mensch muss die Leidenschaften, wie sie im Enneagramm beschrieben sind, annehmen und anschauen, nicht beherrschen. Wenn man mit diesen Leidenschaften spricht, dann führen sie mich zum Schatz, dann führen sie mich zum wahren Selbst. Wenn man den Mut hat, hinabzusteigen in die eigene Seele, den Mut zu eigener Menschlichkeit.“

Information & Inspiration
Enneagramm – Ausbildung 2020 unter der Leitung von OM C. Parkin
(Leiter der Enneallionce – Schule für Innere Arbeit), der Diplom-
Psychologin Ulrike Porep und der Enneagramm-Lehrer Luna U. Müller
und Steffen Wöhner
www.enneagramm-ausbildung.de

Luna U. Müller & Steffen Wöhner

FOTO: Enneagramm

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