Wir Menschen leben in und von Beziehungen, auf einer Vielzahl von Bühnen füllen wir ebenso viele Rollen im Zusammenspiel mit anderen aus.
Und die Ausführung dieser Rollen wird ständig, ob bewusst oder unbewusst, bewertet – von den anderen, von uns selbst. Die fürsorgliche Mutter, die aufmerksame Partnerin, der beliebte Lehrer, der kompetente Manager…
Bisher habe ich viele Masken gesehen;
wann werde ich menschliche Gesichter sehen?
Jean-Jacques Rousseau
Klar, egal wie gut wir uns in unseren Rollen bewähren, wir könnten es immer ein bisschen „besser“ machen. Wir Menschen sind als geistig-spirituelle Wesen auf Höherentwicklung angelegt, auf Entfaltung eines ungeheuren Potenzials. Da kann das negative Feedback, die Kritik, von den anderen Mitspielern in unserer Welt tatsächlich als Motor für notwendige Verbesserungen wirken. Aber werden wir je gut genug für die Erwartungen und Ansprüche anderer sein?
Noch wichtiger: Was wissen die lieben Mitmenschen wirklich über uns? Beurteilen sie doch meist nur unseren Auftritt in einer Rolle, unser Funktionieren in der jeweiligen Beziehung. Selten wissen sie, was für ein Mensch hinter der Rolle, hinter der Maske lebt. Und wir sind leider allzu bereit, uns zu verstellen, unserem Ego und Selbstwertgefühl zuliebe unsere Masken aufzupolieren, uns nach Kräften zu optimieren. Doch geht es im Leben wirklich darum? Um ein glanzvoll ausgeführtes Maskenspiel?
Der Sufi-Meister Hazrat Inayat Khan spricht von der „Aristokratie der Seele“ und der „Demokratie des Egos“. Unsere Seele ist in Wahrheit eine Königstochter und lebt mit einem Ego in dieser Welt unter lauter Königskindern mit Egos. Dabei ist keiner wertvoller oder besser als die anderen, nur anders. Aber alle sind zum König unterwegs…
Mit herzlichen Grüßen
Ihre Visionäre





