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Liebe und Partnerschaft sind für viele ein zentrales Lebensthema. Und trotzdem klappen Beziehungen oft so gar nicht, wie man es sich wünscht. Macht man was falsch? Bernhard Schwendemann von ZenOmLive nimmt in seinem neuen Buch den ganz normalen Wahnsinn der Liebe aufs Korn.

Verflixte Beziehungskiste, aber echt! Das Leben könnte so schön sein, wenn das mit der Partnerschaft nicht so mühsam wäre! Warum bloß? Diese Frage stellt sich Beziehungsberater Bernhard Schwendemann ebenfalls. In seinem unterhaltsamen Büchlein „Smartphone, Lippenstift und Schlüssel“ greift er auf etliche „unmögliche“ Beziehungs- Typen zurück, wie sie ihm in seiner über 15 Jahre dauernden Arbeit bei einem TV-Portal untergekommen sind, und verhilft den kopfschüttelnden Leserinnen (und Lesern) so zu einer gewissen Selbsterkenntnis. Aha, so ist das!

Da ist die Leidenswillige, die Dualseelen- Gläubige, die Sich-Aufopfernde, die Retterin, der Beziehungsunwillige, der Bindungsängstliche, der Bedürftige, der/die Ängstliche, die Mutti, die den Vati versorgt … Die Vielfalt der „Töpfchen“, die sich ein nicht passendes „Deckelchen“ angeln und mit ihm unglücklich werden, kann Schwendemann nur anreißen. Pointiert übertreibend und mit einer gehörigen Portion Ironie beschreibt Schwendemann die Grundkonstellationen, die Grundmuster von leidvollen Beziehungen, die viele Leser bei den unglücklich Verliebten im eigenen Familien- und Freundeskreis wiedererkennen werden (oder die sie selbst durchlebt und durchlitten haben). Die Ironie ist aber nicht böse verletzend gemeint, sie ermöglicht heilsame (Selbst-)Erkenntnis. Manche Dinge „versteht man mit Ironie vielleicht besser, man kann sich damit vielleicht einfach reflektieren“, erklärt er seinen manchmal provozierenden Stil (S. 32) – um im nächsten Kapitel noch eins draufzulegen.

Das ironische Augenzwinkern beginnt schon mit der himmelschreienden Frauen- Karikatur auf dem Cover. Mädels, lasst euch davon bitte nicht vom Durchblättern dieses amüsanten Pamphlets abhalten! Das ist eine Parodie, ein bewusst gewähltes Stilmittel. Ironie bzw. Parodie ermöglicht Distanz durch Überzeichnung, damit man lachend nicht nur die Schwächen und Fehler der anderen sieht, sondern auch die eigenen. „Spannend ist aber, dass man diese Abhängigkeiten meist nur bei anderen Menschen sieht. ‚Ach die, die ist doch bekloppt, das wird nie was mit den beiden!‘‘, stellt man dann scharfsinnig fest. Die eigene Reflexion fehlt einem aber meistens“, meint Schwendemann bedauernd (S. 42).

Warum nur halten Frauen (und Männer) an Beziehungen fest, die offensichtlich nicht gut für sie sind? Warum machen sie sich vor, eine von vornherein aussichtslose Beziehung durch genügend Einsatz doch noch retten zu können? Der Coach gibt offen zu, die Antwort auf diese Fragen nach geschätzten 150.000 Beratungsgesprächen nicht zu wissen. Verlustängste spielen sicherlich eine Rolle – und machen beratungsresistent. Es ist zum Haare-Raufen.

Schwendemanns durchweg ehrliche Absicht ist es jedoch zu helfen, die Illusionen zu durchschauen, in denen man/frau lebt bzw. gelebt hat. „Ich denke, dass man selbst wissen muss, wenn etwas nicht funktioniert und man daraus auch seine Konsequenzen ziehen sollte“, sagt er ernüchternd. Man/frau muss der Wahrheit ins Gesicht schauen: Entweder es passt, oder es passt nicht. „Das größte Problem ist zu erkennen, ob ich meine Gefühle in etwas investiere, das Müll ist, oder ob es sich tatsächlich auszahlt.“

Obwohl das Buch kein Ratgeber sein will, erfährt man gegen Schluss doch noch einiges darüber, was es braucht, damit Beziehung funktioniert. Zunächst ein Verständnis für die „Sprache“, die der Partner spricht. „Die Sprache des Anderen zu verstehen, spielt in vielen Situationen eine Rolle. ... Ich glaube, das ist eine Grundsäule“ (S. 108). Zweitens empfiehlt der Beziehungscoach einen unverstellten, aufrichtigen Umgang miteinander: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine Beziehung meist dann funktioniert, wenn der Partner auch ein echter Freund ist, der sich auch mal anhört, was er als Partner richtig, aber auch falsch macht, der dir auch mal sagt, dass du heute ‚scheiße‘ bist, dich mal etwas zurecht machen könntest, dass dein Essen nicht schmeckt …“ Sein Rat: „Mach dir deinen Partner zum Freund!“

Bernhard Schwendemann:
Smartphone, Lippenstift und Schlüssel
Über Affären, Beziehungen und den ganz normalen Wahnsinn der Liebe.
Edition Roesner, 2017. 132 S., Taschenbuch. ISBN 978-903059-62-7. Euro 16,50 (D) /16,95 (A)

FOTO: PR

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