Es geht nicht mehr weiter. Es steckt fest. Nach 20 Stunden wellender, wehender Schmerzen hat sie nicht mehr die Kraft zu schreien. Hilflos sitze ich neben ihr, halte erschöpft ihre Hand.
Plötzlich stehen zwei Männer in blauen Kitteln neben dem Bett. Einer führt eine kleine Halbkugel aus Silikon zwischen die gespreizten Beine, der andere hält mich an, bei der nächsten Wehe gemeinsam mit ihm kräftig auf den Bauch zu drücken.
Der Raum sirrt vor Aufregung. Dann kommt die Wehe, der Mann mit der Saugglocke ruft: JETZT! Wir drücken,pressen, schreien – ein RUCK – und der Arzt hebt das Baby in die Höhe, es hat eine bläuliche Haut, es schreit nicht… Es seufzt! Es atmet! Es lebt!
AUM
Aus dem Herzen des Universums schwingt sich Gesang auf, der alles in Vibration versetzt. So preisen die indischen Veden die Geburt des Lebens.
Christian Stahlhut